Ein Tag voller Eindrücke

Datum: Mittwoch, der 03.01.18
Mittagsposition: 09° 34,9‘ N; 078° 40,6‘ W; San Blas Inseln/Kuna Yala
Etmal: 0sm
Wetter: Lufttemperatur: 30,5°C, Wassertemperatur: 27,5°C, Wind: Umlaufend 0-1
Autor: Malte

Langsam tauchen wir immer mehr in das Land Panama ein. Heute bekamen wir durch Vorträge viele Informationen über unseren momentanen Aufenthaltsort, machten eine unschöne Entdeckung auf einigen Inseln und beendeten den Tag mit einem tollen Grillabend auf einer wunderbaren kleinen Insel zusammen mit einer Kuna-Familie.
Nachdem wir am Morgen das Schiff, wie jeden Tag, geputzt hatten, gab es ein paar Vorträge über Panama. Den ersten Vortrag hielt Marlene E. über die Geschichte Panamas, den zweiten über Panama in geografischer Hinsicht hörten wir von Paula. Danach stellte uns Ruth den Landaufenthalt und unser Programm in Panama vor. Außerdem hatten wir im Anschluss noch eine sehr turbulente Schüler(innen)versammlung mit vielen Battles. Zur kurzen Erklärung: Jeder Tag in Panama wird von zwei Schüler/innen geplant. In der Schüler(innen)versammlung verteilten wir die Tage und da gab es natürlich ein paar Tage die beliebter waren und welche, die nicht so beliebt waren. Wer den jeweiligen Tag letztendlich bekam, wurde in einem spannenden Schere-Stein-Papier-Duell entschieden. Manche hatten mehr Glück andere weniger. Außerdem wurden noch die Blogs verteilt, das heißt wer wann zu welchem Thema schreiben darf beziehungsweise muss. Nachdem endlich alles organisiert war, und alle mehr oder weniger zufrieden waren, hatten wir endlich wieder Freizeit.
Die glühende Sonne brannte schon den ganzen Morgen auf uns nieder. Da kam einem der Sprung ins blaue, kühle und erfrischende Wasser nur gelegen. Viele waren noch mal Schnorcheln, andere, einschließlich mir, schwammen mit Kajak-Begleitung zur nächsten Insel. Es war ein sehr entspanntes Schwimmen. Wir schwammen mit Blick auf das Ziel zu einer wunderschönen karibischen Insel mit weißem Sandstrand und Palmen. Wer die Augen unter Wasser öffnete oder eine Schwimmbrille dabei hatte, konnte auch den Korallen zusehen, wie sie leicht und sachte mit den Wellen schaukelten. Endlich auf der Insel angekommen, traf uns bald der Schock. Wir waren zuerst auf der Lee-Seite gelandet, also der Wind abgewandten Seite. Als wir auf die Luv-Seite gingen, war die Insel nur so von Müll bedeckt. Egal wo man hinschaute überall lagen Plastikflaschen oder Blechdosen herum und mittendrin ragten die schönen Kokosnusspalmen hervor. So hatte man sich eine karibische Insel wirklich nicht vorgestellt. Aber zum Glück kannten wir unseren Tagesplan. Am Nachmittag stand eine von PIMP (Plastik im Meer Projekt) organisierte Müllsammelaktion auf dem Plan.
So fuhren wir am Nachmittag auf die gegenüber liegende Insel. Doch alle, die am Vormittag mit auf die Insel geschwommen waren, erwartete dort das gleiche Bild. An der Lee-Seite schöner weißer Sandstrand und auf der Luv-Seite Müll soweit das Auge reicht. Das Projekt hatte ein Monitoring organisiert. Es gab sechs Gruppen, dies lag an der Form der Insel. Die Insel hatte eine dreieckige Form, so haben auf jeder Seite zwei Gruppen den Müll dokumentiert und in einem Bereich von 2×2 Metern auch gezählt. Es gab auch noch zwei weitere Gruppen, die um die Insel gingen und einfach allen Müll aufsammelten, den sie finden konnten. Wir durften zwanzig 100 Liter Säcke füllen, denn irgendwann sind auch unsere Kapazitäten ausgeschöpft. Diese waren auch sehr schnell voll. Leider hat man nach unserer Aktion keinen so großen Unterschied gesehen. Aber jedem wurde bewusst, wie schlimm es ist, dass so viel Müll in unseren Meeren treibt und so viele Küsten dadurch verschmutzt werden.
Trotz der frustrierenden Müllsammel-Erfahrung konnte die Freude auf den Abend niemandem genommen werden. Am Vortag hatten wir mit der Kuna-Familie auf der „gefegten“ Insel ausgemacht, dass wir dort ein Feuer machen und grillen dürfen. Doch dafür gab auch noch viel vorzubereiten. Für das Grillen mussten wir Holz auf einer anderen Insel sammeln und es dann mit den Dinghis zur „gefegten“ Insel bringen. Während die einen also Holz sammelten, suchten die anderen auf der Thor alles Notwendige zusammen und bereiteten den Teig für Stockbrot und Salate zu. Das Aufbauteam war auch schon mit den ersten Sachen, das heißt Tischen und Bänken, zur „gefegten“ Insel gefahren, bauten dort alles auf und suchten eine geeignete Feuerstelle. Als das Dinghi mit dem Holz kam, wurde das Feuer sofort entzündet, denn wir brauchten eine ordentliche Glut. Bis 50 Steaks gebraten sind, dauert es eine Weile. Nach und nach kamen dann alle auf die Insel und um die Zeit zu überbrücken wurde schon mal Stockbrot gebacken. Die Hitze an dem Feuer war enorm. Dagegen war die Sonne am Morgen nichts. Doch was tut man nicht alles für ein leckeres Stockbrot. So langsam wurden auch die ersten Steaks fertig und wir fingen an, die Köstlichkeiten zu verzehren. Inzwischen war es schon dunkel geworden, doch wir hatten kleine Lichter dabei und es war fast Vollmond, also konnte man auch ohne Licht noch fast alles sehen. Es wurde über alle möglichen Themen geredet und sehr viel gelacht. Die Kuna-Familie war natürlich auch zum Essen eingeladen und die drei Kinder saßen mit uns am Feuer und hielten ebenfalls ihr Stockbrot ins Feuer.
Über Nacht blieben viele auf der Insel und schliefen in ihren Hängematten. Der kurze Regenschauer wurde stoisch ertragen. Diejenigen, die für die Nacht zurück auf die Thor gefahren waren, übernahmen die Nachtwachen. Sowohl auf der Insel als auch an Bord wurde noch in lustiger Runde gespielt, geredet und gelacht.
Und wieder ging ein sehr eindrucksvoller Tag zu Ende. Dank der Vorträge wissen wir nun, was uns alles in den nächsten Wochen in Panama erwarten wird. Die vermüllten Inseln stimmten uns etwas traurig und nachdenklich, aber dank des tollen Grillabends konnten doch alle in bester Stimmung schlafen gehen.

PS: Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, Annika, fühl dich gedrückt.

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