Andere Länder andere Sitten

Datum: Donnerstag, der 04.01.18
Mittagsposition: 09° 32,9‘ N; 078° 57,1‘ W
Etmal: 12 sm
Wetter: Lufttemperatur: 26,5°C; Wassertemperatur: 28°C; Wind: NNW 0-1
Autorin: Kira

Wer von uns kennt es nicht? Urlaub in der Schweiz, in Frankreich oder auch in Dänemark. Obwohl diese Länder direkt an Deutschland angrenzen, erlebt man immer wieder eine neue Kultur und andere Menschen. Jetzt stellt euch mal vor, ihr reist nicht nur in das nächst gelegene Land, sondern um die halbe Welt, was euch dann da alles erwartet! …und genauso geht es uns 34 Schüler/innen auf einem Schiff mitten in der Karibik.

Bis jetzt haben wir nur mit vereinzelten Einheimischen (Kuna- Indianer) Kontakt gehabt. Die Kuna-Indianer leben verteilt auf den Inseln und an einem Küstengebiet von Panama.
Heute ist der Tag, an dem wir endlich die Gelegenheit haben, Nalunega kennenzulernen, ein größeres Dorf der Kuna-Indianern. Das Besondere: es gibt keine Touristen oder Schaulustige. Natürlich ist die Insel, auf der das Dorf steht, nicht komplett unberührt, jedoch ist der Massentourimus noch lange fern.

Schon von weitem sehen wir die Einbäume der Einheimischen, die gespannt darauf warten, dass wir unseren Anker fallen lassen und sie uns ihre Molas (traditionelle Kleidung), Armbänder, Taschen, Geldbeutel usw. an Bord verkaufen können. Da daran kein Weg vorbei führt, bauen wir ganz schnell ein paar Tische auf und dann geht der Basar auch schon los. Die Frauen, viele in ihren traditionellen Gewändern, packen mit Hektik und Humor ihre liebevoll kreierte Ware aus.
Wir wussten schon, dass Einheimische versuchen werden uns Gegenstände zu verkaufen, doch dass es gleich einen ganzen Basar an Bord geben würde, hatte ich nicht erwartet. Deshalb bin ich sehr erstaunt als ich mit eiligen Schritten den Niedergang hoch komme und zu meiner linken, und natürlich nicht zu vergessen an der rechten Seite, die bunten farbenfrohen, mit Hand genähten und verzierten Molas sehe. Jede Frau ist natürlich davon überzeugt, dass ihre Ware die Beste und Schönste sei. Wir müssen nun unsere Spanischkenntnisse auspacken und mit den Kuna-Frauen verhandeln. Ich habe nun auch ein paar Errungenschaften, wie eine Fußkette. Es ist ein wenig schwer den Basar zu beenden, sodass Detlef ein Machtwort sprechen muss, damit es endlich Essen geben kann.

Am Nachmittag fahren wir dann endlich zur Erkundung auf die Insel. Die Spannung steigt und steigt je näher ich der Insel komme. Wir legen an und ich setze mit sieben anderen den ersten Fuß auf das unbekannte und fremde Land. Es gibt keine betonierten Straßen oder Autos, selbst Fahrräder sind nicht zu finden. Man läuft einen Weg entlang, unter den Füßen spürt man den weichen Sand, der jedem Schritt ein Gefühl von Leichtigkeit verleiht. Wir kommen vorbei an Hütten, gebaut aus Palmenwedeln und Bambus. Wir sehen viele kleine Hütten, in denen mehrköpfige Familien wohnen, welche auf dieser kleinen Fläche leben, bei manchen von uns ist das Zimmer zu Hause allein nur so groß. Es gibt nichts als das Allernötigste, wie eine Feuerstelle, ein paar kaputte Spielzeugautos, denen man ihre jahrelange Nutzung ansieht und Hängematten zum Schlafen. Die Kunas sind von Grund auf herzensliebe und offene Menschen. Es mag uns erstaunen, doch es braucht wohl nicht unseren Luxus, um glücklich zu sein.

Ein Einheimischer zeigt uns die Insel und erklärt uns vieles zur Kultur, der krönende Abschluss dieser Tour ist das Einbaumsegeln. Der Einbaum ist, wie der Name schon sagt, aus einem Baum gefertigt und ist für die Einheimischen eines der wichtigsten Transportmittel. Manche Einbäume haben ein Segel, das sehr einfallsreich montiert ist und geschickt bedient wird. Die Kuna-Indianer zeigen uns jedenfalls, dass sie ganz hervorragende Segler sind.

Dieser Tag hat uns einen ganz besonderen Einblick in die Kuna-Welt geboten und man kann wirklich viel von diesen Menschen lernen. Die wichtigste Erkenntnis ist für uns jedoch, dass man wirklich nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

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