Leben bei den Naso-Indianern

Nach einer diesmal etwas kürzeren Busfahrt kamen wir endlich im Dorf der Naso an. Der Bus fuhr auf einer holprigen Schotterstraße bis vor das Haupthaus. Alle Dorfbewohner standen davor und eine Frau hielt eine große, blaue Schüssel bereit. Jedem der ausstieg hielt sie eine frische Orange entgegen, die wir dankend annahmen.

Nachdem wir unser Gepäck dann schlussendlich aus dem Bus geladen hatten, sollten wir uns immer zu zweit oder zu dritt zusammen tun und wurden einer Gastfamilie zugeteilt. Wir beide wohnten bei Raul, dem Oberhaupt des Dorfes.

Wir wohnten in einer zweistöckigen Holzhütte, welche ziemlich primitiv eingerichtet war, aber dennoch etwas Uriges hatte.

Nachdem wir unsere Häuser bezogen hatten machten wir eine kleine Besichtigungstour durchs Dorf. Anschließend statteten wir einigen anderen einen kleinen Besuch ab und kundschafteten deren Unterkünfte aus.

Zum Abendessen trafen wir uns alle wieder in einer großen Versammlungshütte. Zum Abendessen gab es Wurzeln und Hühnchen, die in einer ausgehöhlten Frucht serviert wurden. Zu trinken gab es Kakao in einem Bambusbecher. Nach dem Abendessen trafen wir uns noch einmal alle, um uns zu unterhalten. Wir waren froh, abends wieder zusammen sein zu können und nicht wie in Boquete, so weit voneinander getrennt schlafen gehen zu müssen.

Am nächsten Morgen fuhren wir direkt nach dem Frühstück immer zu fünft in einem Einbaum circa zwei Stunden den Fluss aufwärts gegen die ziemlich starke Strömung zu einem anderen Naso-Dorf. Dort wurden wir von Dorfbewohnern in traditioneller Kleidung begrüßt. Anschließend wurden wir auf deren Kakao-Finca herumgeführt und uns wurde erklärt, wie die Kakaofrucht verarbeitet wird. Eine Frau zeigte uns, wie man dort traditionell getrocknete Kakaobohnen mit einem großen Stein mahlt, was einige von uns dann auch ausprobieren durften. Nach dem Essen wurde uns noch gezeigt, wie man Reis richtig verarbeitet. Anschließend kehrten wir mit den Einbäumen wieder zurück zu unserem Dorf. Nach einer kurzen Pause zeigte uns Raul noch, wie man aus Zuckerrohr Saft gewinnt, den es dann auch zum Abendessen zum Trinken gab.

Am nächsten Morgen brachen wir zu einem Nationalpark auf der anderen Seite des Flusses auf. Dort wurden wir dann in zwei Gruppen eingeteilt, die zusammen mit einem Ranger unterschiedliche Teile des Parks durchwanderten. Wir konnten sogar einige Tiere sehen, wie einen knallroten Pfeilgiftfrosch. Außerdem klärte uns der Ranger über die Verwendung von Wurzeln, Blättern und Lianen im Alltag auf.

Als wir am Nachmittag ins Dorf zurück kehrten, stand uns das Länderspiel, Naso gegen KuSis bevor. In der ersten Halbzeit powerte sich unsere Jungsmannschaft ganz schön aus und es sah nicht mal schlecht für uns aus. In der zweiten Halbzeit war es aber dann ein Leichtes für die Nasos, uns zu schlagen. Dann waren die Mädchen an der Reihe. Da unsere Gegner keine Mädchenmannschaft besaßen, spielten wir einfach gegen die Jungs. Diese dachten wohl man müsste uns mit Samthandschuhen anfassen, denn sie legten uns den Ball förmlich vor die Füße und am Ende hatten wir somit gewonnen. Um unseren „Sieg“ zu feiern, warfen wir uns in das matschige Feld und veranstalteten eine Schlammschlacht.

Am Abend folgte die Verabschiedung von den Gastfamilien, bei der wir kleine Mitbringsel überreichten, aber auch selbst eine handgemachte Kleinigkeit von unseren jeweiligen Gastfamilien erhielten. Der Abend wurde mit lustigen Musikbeiträgen ausgeschmückt, bis wir danach alle todmüde ins Bett fielen.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, hieß es dann den Rückweg antreten. Endlich wieder nach Hause, auf die Thor!

Abschließend ist zu sagen, dass es ein großartiges Erlebnis war mit und bei den Nasos zu leben. Besonders beeindruckend war es zu sehen, wie verbunden sie mit der Natur sind.

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