Logbuch vom 01.02.2018

Nach einer sehr anstrengenden Seeetappe von Panama nach Kuba liegen wir heute 13.00 BZ in Maria la Gorda/Kuba vor Anker. Alle freuen sich auf den bevorstehenden Kuba-Aufenthalt.

Vor Auslaufen in Bocas del Toro / Panama haben wir die Gaffelsegel ins 2. Reff eingebunden, so dass wir für die bevorstehenden Wetterbedingungen gut gerüstet waren. Hinter uns liegen neun Tage auf See mit teilweise starken Schiffsbewegungen aufgrund bis zu 5 m hohen Wellen und starken N-NE-Winden (Gegenwind), so dass wir nur mit Maschinenunterstützung unserem Ziel Kuba näher kamen. Einige wurden erneut von Seekrankheit geplagt, welche jedoch nicht lange anhielt und jeder sich bald wieder in den normalen Schiffsbetrieb einbringen konnte. Weiterhin fanden in dieser Etappe Unterricht inklusive Biologietest sowie die Vorbereitung auf Kuba statt, welche auch die eigenständige Planung der Kleingruppenexkursionen beinhaltete. Die Vorstellungen dieser lassen auf abwechslungsreiche und interessante Exkursionen hoffen.

Trotz dieser anstrengenden Tage ließen und lassen es wir uns nicht nehmen, unsere vier Geburtstagskinder Marlene E, Georg, Elena und morgen Karina mit traditionellen Geburtstagskuchen und -liedern zu verwöhnen. Auch gelang es uns, unsere unfreiwilligen Mitbewohner aus Panama, welche sich in den Haaren vieler Jugendlicher niedergelassen hatten (Läuse), zu entfernen.

In Kuba ist das Programm zum Teil in Zusammenarbeit mit kubanischen Partnerorganisationen als auch auf eigene Faust geplant. Zunächst werden wir gemeinsam den Westen Kubas und anschließend in den Kleingruppen weitere unterschiedliche Regionen Kubas kennen lernen. Das Schiff wird während dieser Zeit mit der Stammbesatzung nach Mexiko fahren, dort verproviantiert und überholt werden und die Schülergruppe am 18.2. in Havanna wieder an Bord nehmen.

Morgen, am 2.2.18, wird die Schülergruppe das Schiff verlassen in Maria la Gorda verlassen und von dort die 180 km über Sandino nach Pinar del Rio in einer zweitägigen Radtour zurücklegen. Dabei nähern wir uns langsam der kubanischen Zivilisation und stellen unsere körperliche Fitness unter Beweis. Ab dem 5.2. besuchen wir in Pinar del Rio das Hochbegabten­gymnasium und Internat Friedrich Engels und erleben dort für zwei Tage den schulischen Alltag. Dabei haben unsere Jugendlichen ausreichend Gelegenheit, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen. Am 7.2. geht es mit den Fahrrädern weiter Richtung Viñales, einem Ort, der 30 km nördlich von Pinar del Rio mitten im Haupttabakanbaugebiet Kubas liegt. Dort erfahren wir alles über den Tabakanbau sowie dessen Verarbeitung.

Am 9.2. fahren wir zurück an die Friedrich-Engels-Schule in Pinar del Rio, um unsere von Deutschland aus mitgebrachten Fahrräder und Computer an sie zu verschenken. Am 10.2. geht es per Bus nach Havanna, wo fünf Kleingruppen für ihre fünftägigen Exkursionen in die Städte Matanzas, St. Clara, Sanctí Spiritus, Holguin und Bayamo starten werden. Begleitet werden die Schüler jeweils von einer Lehrkraft. Die letzten drei Tage sind Havanna vorbehalten. Dort sind neben der Erkundigung der Altstadt Interviews mit einem der Kinder von Che Guevara sowie mit Vertretern des staatlichen Völkerverständigungsinstituts geplant. Natürlich darf ein Besuch des Plaza de la Revolution inklusive Besichtigung des José Martí Memorial nicht fehlen. Dort fanden die Trauerfeierlichkeiten für Fidel Castro statt sowie zu seinen Lebzeiten seine Marathonreden von mehreren Stunden. Am 18.2. geht es dann wieder auf die Thor Heyerdahl, die in der Marina Hemingway auf uns wartet.

Die Schülergruppe wird von den Lehrkräften Henni und Elena und zu Beginn noch von mir, begleitet. Ich werde am 5.2. nach Deutschland zurück fliegen und auf den Azoren zu der Gruppe zurückkehren. Während meiner Abwesenheit vertritt mich erneut Martin Goerke an Bord.

Während des Landaufenthaltes in Kuba können wir keine Tagebücher online stellen.

Dr. Ruth Merk, Projektleiterin und Kapitänin

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