Logbuch vom 21.02.2018

Wir befinden uns heute am 21.02.2018 um 16.00 Uhr Bordzeit (BZ) und 21.00 Uhr UTC auf der Position 24° 05,6`N und 081° 07,0`W. Bei Wind E 6 laufen wir unter Segeln und mit Maschinenunterstützung Kurs 055° und 5,5kn. An Bord sind bis auf einige Seekranke alle wohlauf.
Die Stimmung ist gut.

Gestern haben wir morgens um 07.30 Uhr von unserem Liegeplatz in der Marina Hemingway an die Ausklarierungspier der Marina verholt. Dort wurde auf gründliche kubanische Art vom Zoll überprüft, was in Kuba von uns erworben wurde: Besonderes Augenmerk galt dem legalen Erwerb der als Mitbringsel eingekauften kubanischen Zigarren. Vom Grenzschutz wurde jedes Besatzungsmitglied in ein besonderes Büro gebeten, das Passbild mit der tatsächlichen Person verglichen und dann der Ausreisestempel in den Pass gesetzt. Nachdem das ganze Schiff mit zwei Drogenhunden, deren Begleiter und weiteren Beamten auf Drogen und eventuelle blinde Passagiere durchsucht worden war, wurde das Schiff endlich nach mehr als 2 Stunden „Ausklarierung“ freigegeben. Der Kapitän erhielt persönlich das „Zarpe“(Freigabe für die Ausreise aus Kuba mit dem Ziel Bermudas). Dann hieß es „Klar vorn und achtern“.

Mittlerweile hatte der Passatwind kräftig aufgefrischt. Mit Hilfe des Rescuebootes und der Maschine musste die Thor Heyerdahl unter voller Konzentration um die letzte Hafenecke ( 90° Winkel ) der Marina Hemingway bugsiert und durch die enge Hafenausfahrt hinausgesteuert werden. An der Ansteuerungstonne wurde dann das Rescueboot wieder an Bord genommen und konnten endlich Segel gesetzt werden. Alle genossen wieder die frische Seeluft und die Freiheit der allerdings rauen karibischen See. Wir setzten den Kurs auf die Floridastraße ab und die Kulisse von Havanna verschwand bald an Steuerbord achteraus.

Morgen beginnt wieder der Unterricht an Bord, nachmittags werden wir Miami an Backbord passieren, und bis zu den Bermudas sind es noch 1000 sm.

Detlef Soitzek, Kapitän und Dr. Martin Görke, stellvertretender Projektleiter

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