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Ein ganz normaler Tag auf See

Schüler Noah

von Noah

Mein Tag heute begann mal wieder um vier Uhr dreißig. Ich habe mich immer noch nicht an den Gedanken gewöhnt, so früh aufzustehen und danach nicht mehr ins Bett zu kommen. So stand ich also drei Stunden lang auf dem Achterdeck und habe mich auf das Frühstück gefreut. Glücklicherweise hatte ich trotz der Seekrankheit noch Hunger! Und nicht zu vergessen: Ich habe, wie alle anderen auch, die Wachzeit genutzt um über mögliche Aprilscherze nachzudenken.

Leider hatte ich keine besonders guten Einfälle. Unter anderem, weil ich morgen Backschaft habe und deshalb wenig Möglichkeiten haben werde, irgendwelche größeren Aktionen zu verwirklichen. Ich war heute „Wachnubsi“. Dieser Begriff wurde von David und Yvonne eingeführt und beschreibt den Schüler, der die anstehenden Aufgaben verteilt und den Überblick darüber bewahrt, dass alle Maschinen- beziehungsweise Sicherheitsronden gegangen werden und dass der Rudergänger sowie der Ausguck jede halbe Stunde ausgelöst werden. Andere kreative Bezeichnungen für diesen Posten sind Wachprinz, Wachdingens, Wachnunu und Herr und Meister…

Dann endlich war es fünf vor acht und die Wache wurde übergeben. Auch das war heute meine Aufgabe. Bei der Wachübergabe werden alle wichtigen Informationen wie der anliegende Kurs, die gesetzten Segel und ein grober Überblick, was man in seiner Wache gemacht hat, an die aufziehende Wache weitergegeben.

Danach hieß es, schnell in die Messe zum Essen zu kommen. Nach dem Frühstück war dank Yvonne, die vorgeschlagen hatte, Reinschiff während der Abendwache zu erledigen, noch ein bisschen Zeit zum Schlafen. Dies war aber auch nur möglich, da wir keinen Unterricht mehr haben und deshalb mit vollen Wachen fahren. Das bedeutet, dass alle Schüler der Wache auf dem Achterdeck stehen und nicht die Hälfte Unterricht hat. (Ausnahmen sind hierbei Backschafter und Praktikanten.)

Um 10:15 Uhr ging der Tag weiter mit den Additumsstunden, deshalb fand man bis zum Mittagessen im ganzen Schiffsbauch verteilt fleißige Schüler, die selbstständig ihre Fächer für zu Hause lernten. Zum Mittagessen gab es einen deftigen Salat mit Hühnchenbrust und für die Vegetarier mit Fetakäse. Es war das erste Mittagessen, bei dem es „nur“ Salat gab, doch es wurden trotzdem (fast) alle satt. Der gesamte Nachmittag ist für Wache 3 normalerweise Freiwache. Ich habe die Zeit hauptsächlich damit verbracht zu lesen. Nach dem Abendessen, bei dem es wieder Brotzeit gab, saß ich noch mit ein paar Leuten in der Messe und habe dann nochmal über verschiedene Aprilscherzideen gesprochen.

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