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Ist das Leben eine Reise?

Schüler Josef

von Josef

Wenn mal das Wasser in den Gummistiefeln steht oder der Seegang einen aus der warmen Koje schlägt, kann das Leben auf der Thor auch einmal ein wenig ungemütlich werden. Doch nichtsdestotrotz lieben wir die See, unseren eigenwilligen Begleiter. Ob nun die Naturgewalt, die uns im Sturm fest im Griff hat oder den ruhigen Gefährten, der Frieden und Unendlichkeit ausstrahlt.

Aber wir sind nicht die Einzigen. Viele zieht es in die Meere der Welt. Tausend Seemeilen nach Luv und nach Lee schrecken nicht ab, sondern ziehen geradezu magisch an.

Doch wieso segeln wir überhaupt? Wäre es nicht viel leichter in den nächsten Flieger zu steigen und schon morgen am Ziel zu sein? Aber worauf zielt eine Reise denn überhaupt genau ab?

Eine Reise zielt meist auf einen Ankunftsort ab. Wenn wir aber in Kiel unsere Festmacher über die Reling werfen, ist unsere Reise eigentlich schon vorbei. Ist für uns Segler also der Weg dorthin das eigentliche Ziel? Was ist es denn, dass uns hinter den Horizont, zum Rauschen der Schaumkronen, zum Pfeifen des Windes, zum Farbenspiel der Natur zieht. Wonach suchen wir?

Nach bereits wenigen Tagen auf See merkt man, wie die gesamte Natur um einen herum seinen festen und selbstverständlichen Platz hat. Zwischen Ozean, Himmel, Wellen und Wind bleiben wir übrig. Was ist also unser fester Platz im Leben? Was ist für uns der Wind, der uns antreibt. Ich denke, es ist die Suche nach uns selbst, die uns zur See, zum Reisen bringt. Was sich nicht in unserem Horizont offenbart, verbirgt sich vielleicht hinter einem anderen. Ist nun also die Suche nach dieser Antwort der Grund für jede Reise? Und hätten wir diese Antwort gefunden, gäbe es dann noch einen Grund zu reisen?

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