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Kein ganz normaler Geburtstag

Schüler Jan

von Jan

Eine Frage, die mir sowohl zu Hause (in Röthenbach), als auch auf der Thor an meinem Geburtstag gestellt wird ist: „Fühlt man sich eigentlich älter?“. Beides mal dieselbe Antwort: „Ich weiß nicht… Vielleicht?“

Da hören die Parallelen* aber auch schon auf…

Morgens:

Röthenbach 06:30 Uhr: „Alles Gute zum Geburtstag!!! Kommst‘ dann gleich nach unten…“. Unten angekommen sehe ich Geschenke auf dem Wohnzimmertisch und einen gedeckten Frühstückstisch mit einem Geburtstagskuchen. Nachdem ich meine Geschenke ausgepackt haben, frühstücken wir ausgiebig und genießen den Morgen.

Thor 0600 : „Guten Morgen Kammer 1! Allgemeines Wecken! Draußen hat es eineinhalb Grad und in 27 Minuten gibt es Signal K, da wie in die Schleuse einlaufen werden! Alle aufstehen!“ Ein gequältes Stöhnen geht durch die Kammer, die auch gefühlt nur noch bei fünf Grad liegt. Ich schlüpfe aus meinem Schlafsack, den ich auf Grund der Eiseskälte mitten in der Nacht aus meiner Unterkoje gezerrt habe, und ziehe mir etliche Pullis, Hosen und Socken an. Bei Signal K erklärt Ruth, dass wir in der nächsten Zeit in die Schleuse Brunsbüttel einfahren, schleusen und dann an den Seglerdalben (mehrere senkrechte Holzblöcke im Wasser) festmachen werden. Wir (Wache 4) kümmern uns unter Allys Anleitung um die Achterleinen. Nachdem ich die erste „Dalben“-Wache gegangen bin erwartet mich um 09:30 Uhr ein Seemannsfrühstück mit Pancakes und frischen deutschen Bäcker-Brötchen.

Nachmittags:

Röthenbach ca. 13:00 Uhr: Wir fangen an, das Haus aufzuräumen und alles bereit zu machen für den Besuch der Verwandtschaft, die so gegen vier kommen soll. Wenn die Gäste da sind, wird bis zum Abendessen gefeiert, gespielt und geredet.

Thor 1400: Die Klingel schrillt einen langen Ton. Das bedeutet: Alle aufs Hauptdeck. Arbeitsbeginn. Es geht darum, das Schiff für die Ankunft in Kiel noch heraus zu putzen. Ausflecken und das Setzen der Toppenflaggen stehen an. Ausflecken bedeutet, auch noch so kleine Stellen, die noch nicht den richtigen Farbton haben, mit präzisen Pinseltupfen den richtigen „Schliff“ zu gegeben. Nein, denke ich mir, da kümmere ich mich lieber um die Toppenflaggen. Toppenflaggen sind sehr viele Flaggen, die über alle Masten von der Spitze des Klüverbaums bis zum Heck gespannt werden.

Da wir manche Flaggen noch anderweitig brauchen werden, mussten wir den Abschnitt vom Klüverbaum bis zum Schonermast neu machen. Nachdem Cosima und ich gefühlt 50 Flaggen angebändselt haben, gehe ich mit einem riesigen Packen an Flaggen und Leine hoch auf den Schoner bis zur Spitze (Topp). Dort angekommen versuche ich ca. 1 ½ Stunden, die Flaggenleine möglichst ohne Knoten bis zur Klüverspitze hinunterlassen zu können. Die Ausdrucksweise „Etwas mit Händen und Füßen machen“ trifft mein Handeln dabei nur fast: Es fehlen noch die Zähne. Der Grund dafür ist, dass ganz oben am Topp es dort nur vereinzelte Möglichkeiten zum Festhalten gibt. Wenn die eine Hand gerade eben noch dabei ist, den riesigen Berg aus Flaggen zu ordnen, und ich die andere zum Festhalten brauche, bleiben für die Flaggenleine halt nur noch die Zähne übrig… Nun ja so viel dazu. Alles lief gut und die Toppenfalggen hängen ohne Knoten.

Abends:

Röthenbach 20:00 Uhr: Oma und Opa sind noch geblieben, und wir reden noch eine Weile und lassen den Abend ausklingen.

Thor 2000: Wir haben noch eine Feedbackrunde zur Schiffsübergabe. Danach schreibe ich geschwind diesen Blog und überlege gleich noch mit Markus, was für einen Sketch wir am letzten Abend aufführen könnten.

*Der Ablauf daheim ist auf meinen letzten Geburtstag vor einem Jahr bezogen.

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