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Tag der angewandten Wissenschaften

schueler.fabianDatum: Freitag, der 25.03.2016
Mittagsposition: 38° 32,0′ N, 028° 37,5’W – Horta
Etmal: 0 sm
Wetter: Lufttemperatur: 17° C, Wassertemperatur: 16°C, Wind: S3
Autor: Fabian

Nachdem wir heute Morgen gefrühstückt und Reinschiff gemacht hatten, wanderten wir mit Frank zum Strand von Porto Pim. Dort badeten wir jedoch nicht in der Sonne, sondern sammelten Plastikmüll, dessen Zusammensetzung wir anschließend genauer untersuchten, um die Ergebnisse schlussendlich an die Universität Kiel weiterzuleiten. Die Daten werden dann im Zuge eines Forschungsprojekts weiterverarbeitet. Es war erschreckend zu sehen, wie viele Plastikfragmente sich selbst in kleinen Mengen Sand befinden, gerade besonders kleine und unscheinbare Stückchen, sogenanntes Microplastik. Um beim Microplastik fündig zu werden, mussten wir den auszuwertenden Sand sieben. In zwei Stunden nahmen wir in insgesamt 22 festgelegten Abschnitten des Strands Proben, um ein möglichst genaues Bild von der Verteilung des Kunststoffs im Strand zu erhalten.
Nachdem wir wieder an Bord gekommen waren, gab es gemeinsames Mittagessen und danach freien Landgang. Viele nutzten die Zeit, um ein anderes Segelschulschiff, die aus Polen kommende „Fryderyk Chopin“, zu besichtigen und sich ein wenig mit den Schülern zu unterhalten. Einen Teil der Crew führten wir später auch über die Thor. Und auch das Peter Café Sport war wieder ein beliebter Anlaufpunkt.
Für alle Interessierten bot Frank im Zuge des Chemieunterrichts nachmittags dann noch zwei Projekte an. Die Unterrichtsgruppe der Chemieanfänger buk Laugenbrezeln – das zugrundeliegende Thema waren Säuren und Basen. Die Chemiefortgeschrittenen stellten Bananenwein her. Dazu wurde eine Grundmasse, Maische genannt, aus pürierten Bananen und Wasser angesetzt. Hinzu wurden besondere Hefekulturen und Zucker als Nahrung für die Hefe gegeben. In einem sogenannten Gärballon gärt die Maische ab jetzt für knappe zwei Wochen, bevor der dann entstandene Wein gefiltert wird und noch in Flaschen nachreift. Außer diesen beiden Projekten hatten wir auch viele Freiwillige, die sich, mit Farben und Pinsel bewaffnet, um bemalte Ostereier gekümmert haben. Dabei war diese Aktion mehr als nur das Linieren von Ostereiern. So wurden beispielsweise die Thor und die Kon-Tiki als Malerei „Wasserfarbe auf Hühnerei“ verewigt. Doch bevor das passieren konnte, mussten die Eier erst einmal ausgeblasen werden. Angestochen wurden sie dabei mit einer Kanüle aus dem Bordhospital (die danach natürlich nicht mehr dorthin zurückwanderte). Eigelb und Eiweiß wurden getreu dem Motto „nichts wird weggeschmissen“ für das Ostergebäck verwendet.
Und auch unsere Logomalgruppe war nicht faul. Als Hintergrund: Es ist schon fast eine Tradition, dass sich Segler mit kleinen oder großen Logos auf der Pier von Horta verewigen, stolz und dankbar, den Atlantik schon so gut wie hinter sich zu haben. So auch wir und die KUS-Jahrgänge vor uns. Doch bevor das endgültige Logo auf den Beton kommt, muss erst einmal gründlich grundiert werden. Das konnte dank des guten Wetters heute geschehen.
So ein erlebnisreicher Tag braucht natürlich einen gebührenden Abschluss. Was eignet sich da besser als ein gemütlicher Filmeabend? Ja, das Plural „-e“ hinter dem Film gehört da wirklich hin, denn dank dessen, da wir im Hafen liegen, konnten wir uns heute gleich zwischen drei Filmen aus drei verschiedenen Genres entscheiden. In der Messe wurde, wie immer, ein Film gezeigt und die beiden Sechserkammern wurden kurzerhand zu zwei weiteren Kinosälen umfunktioniert. Als Snacks wurden die frisch gebackenen Laugenbrezeln ausgegeben.
So ging auch dieser aktionsreiche Tag zu Ende.

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