Kleingruppenexkursion Sankti Spiritus

Unser Ziel ist eine außerhalb von Kuba unbekannte Stadt. Mit Geld, Bustickets und unserem selbst erarbeiteten Reiseplan im Gepäck brechen wir zu siebt aus Havanna auf. Vier Tage später kehren wir mit Geschichten zu kubanischen Ladenbesitzern, den öffentlichen Verkehrsmitteln, einem geschlossenen botanischen Garten und zwei unterschiedlichen Städten in Zentralkuba zurück.

Wie auch bei einigen anderen Gruppen haben die beinahe ausgebuchten Touristenbusse unsere Planung durcheinandergebracht. Unsere Hinfahrt beginnen wir erst am Abend, was zum einen bedeutet, dass wir mitten in der Nacht ankommen, aber zum anderen, dass wir noch einen ganzen Tag Havanna haben. Nach einem entspannten Frühstück brechen wir auf und machen uns von unserem Hotel in Habana Centro auf den Weg in die eher von Touristen bevölkerte Innenstadt von Havanna. Unser erster Tag in der Kleingruppe ist geprägt von restaurierten Sehenswürdigkeit, vielen Touristen und den dazugehörenden Läden. Am Nachmittag schlendern wir auf dem Malecón zurück, essen in einem Peso-Restaurant Reis, Bohnen und Hühnchen und werden dann von einem Oldtimer zum Busbahnhof gebracht.

Unseren ersten Tag lassen wir entspannt angehen und genießen das Frühstück in unserem Casa Particular. Unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte ist ein koloniales Haus, dessen Balkone zum zentralen Platz von Sankti Spiritus herausgehen. Die Zimmer sind sogar besser eingerichtet als in den Hotels. Am Mittag machen wir uns schließlich auf in das Städtchen, schlendern durch die belebte Fußgängerzone, besuchen die älteste Kirche Kubas und schauen uns Sankti Spiritus von ihrem Turm aus an. Das Wahrzeichen dieser Stadt, der Puente Yayabo, Kubas einzige Steinbogenbrücke, steht selbstverständlich auch auf dem Programm. Als wir nach unseren Besichtigungen in einen Souvenirladen gehen, stellt der Ladenbesitzer fest, dass er unser Projekt bereits kennt. Lea meint er sogar wiederzuerkennen. Bei dieser ersten Begegnung mit unserem neuen Freund erklärt er uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einem Briefumschlag und wir machen ein Foto mit ihm.

Unser Nachmittag ist dem botanischen Garten vorbehalten. Als wir uns auf den Weg machen, sind wir schnell außerhalb der Stadt und es wirkt nicht so, als würde zwischen den Feldern noch eine Attraktion auf uns warten. Doch wir finden den Garten tatsächlich vor, nur leider ist er geschlossen. An dieser Stelle hilft uns dann das erste Mal die Bescheinigung vom ICAP, dass wir mit ihnen hier sind. Damit kommen wir nicht nur in den eigentlich geschlossenen Garten, sondern bezahlen auch nur den einheimischen Preis. Drinnen stellen wir fest, dass hier das gleiche wächst wie außerhalb. Wir verbringen dennoch fast zwei Stunden dort, denn der Hügel mit einem guten Ausblick über die Landschaft eignet sich hervorragend für ein Gesellschaftsspiel.

Am nächsten Tag stehen wir früher auf, denn wir haben viel vor. Mit dem Bus Nr. 8, der hier im 15-Minuten-Takt fährt, machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof. Dort finden wir einen der Lastwagen, die als Transportmittel fungieren, und fahren nach Trinidad. Die Stadt wird in den Reiseführern hoch gelobt und als ein Juwel mit kolonialem Flair beschrieben. Tatsächlich ist die Innenstadt echt süß, aber wir beschließen, dass uns „unsere“ Stadt Sankti Spiritus doch lieber ist. Dort sind Straßen noch in der Hand der Kubaner und die Atmosphäre ist die einer lebendigen Stadt, wohingegen Trinidad manchmal wie ein Freiluftmuseum wirkt. Wir sind dennoch der Meinung, dass die Stadt den Ausflug wert war, als wir uns auf den Rückweg machen. Die Fahrt zurück läuft nicht ganz so glatt wie die Hinfahrt. Anfangs haben wir noch Glück und fahren mit einer Kubanerin Kutsche, die mit uns zum Ortsausgang kommt, dort warten wir gemeinsam mit KubanerInnen, von denen einige bereits mit uns hingefahren sind, an einer „Bushaltestelle“. Nach einer Stunde fragen wir eine kubanische Frau nach dem Laster. Laut ihr sollte er um 17:00 Uhr ankommen. Als der Wagen um 18.00 immer noch nicht da ist, sehen wir unseren Versuch, kubanisch zu reisen, als Erfahrungswert an und nehmen ein Taxi, um vor Einbruch der Dunkelheit in Sankti Spiritus zu sein. Dort angekommen wollen wir, da unser Geld für das Essen noch reicht, einmal in einem nicht Peso-Restaurant essen. Nach einer Suche, die uns durch die halbe Stadt führt, kommen wir zu einem asiatischen Restaurant mit nicht ganz so asiatischem Essen.

Am letzten Tag beschließen wir unser ursprüngliches Programm zu streichen und genießen einen entspannten Tag in Sankti Spiritus mit Internet, Peso-Pizzen, in der Stadt schlendern und einigen Begegnungen mit dem Ladenbesitzer, der sich sehr über uns freut und uns Tipps, Fotos und seine Email-Adresse zeigt. Ein Highlight des Tages ist selbstverständlich die 5×3 große Guyabera (das Nationalhemd Kubas), die hier ausgestellt ist und jährlich einmal durch die Straßen getragen wird, da sie hier erfunden worden sein soll.

Abends packen wir, um uns nachts um ein Uhr zu Fuß auf den Weg zum Busbahnhof zu machen. Unterwegs treffen wir sehr viele Leute auf der Straße an und viele Glasrosenverkäufer. Leider müssen wir in zwei Gruppen reisen. Einmal Maura, Kira, Lea, Tobi und Georg, deren Bus schon um 02:20 Uhr geht und zur anderen Gruppe aus Bayamo dazu steigt. Henni und Carl dürfen dann erst einmal im gemütlichen (ACHTUNG: Ironie) Busbahnhof bis 03:55 Uhr schlafen.

Mit Beginn des Tages kommen dann beide Busse Havanna immer näher und damit neigt sich unsere Kleingruppenexkursion dem Ende zu. Obwohl wir die Zeit in Sankti Spiritus genossen haben, freuen wir uns wieder darauf, die Anderen zu treffen. Schon im Bus werden flüsternd die ersten Geschichten ausgetauscht und beim Zusammentreffen aller ist die Freude groß.

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