„Gebt den KUSis das Kommando!“

Datum: 02.12.2018
Mittagsposition: 13° 15,3‘ N; 058° 23,4‘ W
Etmal: 143 sm
Wetter: Lufttemperatur: 29 °C; Wassertemperatur: 28 °C; Wind: NE4
Autor: Jens Ove

Heute morgen, als mein Rumpf sanft das tiefblaue Wasser des Atlantiks durchpflügte, wurde ab 09.00 auf meinem Achterdeck beraten, diskutiert und abgestimmt. Warum?
Heute übergab mich die Stammbesatzung den Schülern.
Am Donnerstag (29.11.2018) wurde in der Messe ein Aushang ausgehängt, dass ich vom 02. Dezember bis zum 04. Dezember eine fähige Besatzung suche, die mich in die neue Welt fährt. Dabei waren folgende Positionen zur Bewerbung ausgeschrieben:

– 1 Kapitän
– 2 Steuermänner bzw. Steuerfrauen
– 2 Projektleiter
– 1 Bootsmann
– 1 Maschinist
– 2 Proviantmeister
– 4 Wachführer
– 4 Copis
– außerdem gab es noch die Möglichkeit, sich für eine selbst ausgedachte Position zu bewerben.

Daraufhin war ab Donnerstagmittag ständig irgendjemand dabei, an den vielen verschiedenen Orten, die meine 50 Meter bieten, seine Bewerbung zu formulieren oder sich Gedanken darüber zu machen, für welche Position er oder sie sich bewerben möchte. Denn am ersten Dezember um 18.00 Bordzeit mussten alle Bewerbungen im Bereich meines Hecks – also im Salon – abgegeben werden.
Wie bereits erwähnt, wurde dann heute Vormittag auf meinem Achterdeck getagt. Der „richtige“ Segelstamm hat geschlagene drei Stunden im warmen Sonnenschein des Vormittags damit verbracht, die Bewerbungen zu sichten, zu analysieren und zu diskutieren. Nach dem Mittagessen verkündeten Martin und Johannes, welche Schüler die Ehre erhalten, während der kommenden zwei Tage meine 400 Tonnen Stahl in die „Neue Welt“ zu bringen.

Die Aufgaben wurden wie folgt verteilt:
Den Posten des Kapitäns übernimmt Jonas.
Steuerfrau und Steuermann sind Anna D. und Jens.
Die Projektleitung wird durch Robin und Clara ausgeübt.
Für meinen Dieselantrieb, die liebe Maschine, ist Titus zuständig.
Damit ich in Schuss bleibe und repariert werde, vor allem an meinen Segeln, wird der Job der Bootsfrauen von Romy und Emilia erledigt.
Die Verpflegung meiner Crew, also die Planung der Mahlzeiten bzw. des Proviants, obliegt Leonie und Christoph.
Die Wachführer, die täglich pro Wache sechs Stunden auf mich Acht geben, sind Renée, Gereon, Lisa und Bene.
Ihnen zur Seite steht jeweils noch ein Copi. Diese sind Denis, Melina, Leo und Anna S.

Zusätzliche Spezialpositionen sind:
– Theresa, die als Wetterfee täglich das große Wetter für den Deutschen Wetterdienst macht.
– Helen, die sich als Massagebeauftragte um das physische Wohl meiner Besatzung kümmert.
– Anna-Lena, die in ihrer Rolle als Keramikexpertin für stets saubere Toiletten sorgt.
– Lukas, der als Schiffsnarr für die gute Stimmung an und unter Deck sorgt.
– Lucie, die sich als Köchin um das leibliche Wohl kümmert.

Doch als die Positionen bekannt gegeben wurden, ging ich nicht sofort in die Hände der neuen Schiffsleitung über. Die 23 Mitglieder der neuen Stammbesatzung mussten zunächst einen großen Batzen Fragen und Aufgaben beantworten, um mich zu „bekommen“. Dazu zählte unter anderem, durch welches Wetter ich mich noch kämpfen muss, welchen Kurs ich einschlagen muss oder welche meiner vielen Segel benötigt werden. Nach fast zwei Stunden hatten sie es geschafft und feierlich ging ich von Johannes in Jonas führende Hand über.
Die neue Schiffsführung entschied sich, mich nördlich um Barbados zu steuern und begann sofort mit verschiedenen Berechnungen zur Routenplanung und einer Veränderung am Kurs. Nachts fuhren die Wachen, die von Schülern angeführt und geleitet werden, eine Halse und steuern mich nun zielstrebig auf die neue Welt zu. Bisher geht es mir unter Schüler-Hand genau so gut wie unter der des erfahrenen Segelstammes und ich bin zuversichtlich, morgen von den 34 Jugendlichen nach Palm Island gesteuert zu werden.

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