Advent, Advent, die Sonne brennt!

Datum: 20.12.2018
Mittagsposition: 12° 59,4′ N; 071° 14,7′ W
Etmal: 155 sm
Wetter: Lufttemperatur: 28,5 °C, Wassertemperatur: 26 °C, Wind: ESE 6
Autorin: Anna D.

Die Vorweihnachtszeit beginnt normalerweise damit, dass die Adventskalender in den Supermärkten zu kaufen sind, es langsam kälter wird, der erste Matsch-Schnee fällt und die Schaufenster weihnachtlich geschmückt werden, in einem Zeitrahmen von Anfang Oktober bis Anfang Dezember. Anders ist es auf der Thor. Hier haben sich bis Mitte Dezember nur sehr wenige bereits mit ihrem Wichtelgeschenk auseinandergesetzt und der erste und zweite Advent sind schon fast nebenbei verstrichen. Doch mit einigem Umdenken kann auch hier Weihnachtsstimmung aufkommen. Eine große Hilfe dabei sind die Plätzchenbackschaften. In der Kombüse und der Messe sind in den letzten Tagen sehr viele Bleche an Butterplätzchen, Vanillekipferl, Nussecken, Spitzbuben, Mandelhörnchen, Bärentatzen, Biscotti und Spekulatius entstanden, die aber erst am 24. aus der Kühl- und Trockenlast wieder auftauchen werden. Mit Musik, Sträuseln, Schokolade, Zuckerguss und dem typischen Geruch ist das Weihnachtsthermometer dadurch schon von 0 auf 20 Prozent gestiegen.

Wenn wir in der Karibik auf echten Schnee hoffen würden, würden unsere Hoffnungen ziemlich enttäuscht werden. Aber wenn man sich vor Augen führt, wie Schnee eigentlich aussieht, gibt es eine naheliegende Alternative. Was gibt es, das in der Karibik auch weiß und kühl ist und auf dem Boden liegt? Genau, Sand! Und den gibt es hier mindestens so viel wie in Deutschland Schnee. Wem sich das aber der Vorstellungskraft entzieht, für den gibt es noch eine andere Alternative, die an Bord fast noch verbreiteter ist. Diese lagern auf der Back in einer Kiste und wenn man sie öffnet, dann zeigt sich einem das schneeweiße Innere, welches u. a. in Flocken zerteilt werden kann. Und wenn sie herunterfallen, gibt es auf Deck (Kokos-)Schnee.
Ähnlich funktioniert es mit Tannenbäumen. Zu der Weihnachtszeit gibt es in Deutschland an fast jeder Ecke einen zu kaufen. Hier gibt es an fast jeder Ecke eine Palme. Diese kann man zwar schlechter mit Christbaumkugeln schmücken, das Hängemattenspannen funktioniert aber um einiges besser. Einen Weihnachtsbaum haben wir trotzdem da, er hängt in der Messe und ist Teil des Adventskalenders, den der Workshop Handarbeit auf der letzten Etappe genäht hat. Jeden Tag dürfen zwei Personen einen Zettel öffnen, auf dem eine kleine Aufgabe steht. Diese waren zum Beispiel: „die Messe dekorieren“ oder „einen Massagekreis machen“.
Neben diesem Adventskalender haben eigentlich alle noch einen eigenen Adventskalender von Zuhause; diese sind wirklich schön!

In Bayern fangen bald die Ferien an und genauso ist es auch bei uns. Wenn der Geo-Test am Samstag vorbei ist, haben wir auch keine Schule mehr. Die eigentlichen Ferien hatten wir aber schon am Riff, als der Unterricht Zuhause noch stattfand.
Ein weiteres Thema sind Geschenke. Was bei Familien und Freunden immer stressig ist, ist auch hier nicht ganz entspannt. Zwar muss man sich nur um ein Geschenk kümmern, aber dieses muss selbstgemacht sein und vier Tage vor Heiligabend kommen manche doch ein bisschen in Not. Jeden Abend hört man die Nähmaschinen in der Messe rattern und die Geräusche aus der Last vom Sägen und Schleifen. Es entstehen die unterschiedlichsten Werke aus Stoff, Holz und Kokosnussschalen, die versprechen, tolle Wichtelgeschenke zu werden.

Die Weihnachtszeit endet Zuhause nach vielem guten Essen, Besuch von Freunden und Verwandten und gemütlichen Abenden vor dem warmen Kamin, so wie jedes Jahr. Für uns wird die Weihnachtszeit so wie noch nie enden, mit den Leuten, mit denen wir noch nie Heiligabend gefeiert haben, voraussichtlich vor den San-Blas-Inseln bei tropischen Temperaturen. Es wird anders sein und vielleicht muss man sich gar keinen Schnee- oder Weihnachtsbaumersatz suchen, sondern dieses andere Weihnachtsfest so genießen, wie man es sonst auch macht. Vielleicht auch ein bisschen mehr.

P.S.: Alles Gute zum Geburtstag, Heidi und Josi

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