Unser Tag als Tagesprojektleitung

Datum: 30.12.2018
Ort: Portobello
Autoren: Bene und Simon

Eine kurze Einleitung in das System der Schüler-Tagesprojektleitung: In Panama und Kuba haben wir viele verschiedene Programmpunkte. Damit nicht die gesamte Last der Organisation beim mitfahrenden Stamm liegt und vor allem, damit wir auch in die Rolle kommen, Verantwortung und Organisation von Teilen der Reise zu übernehmen, erhalten jeden Tag zwei SchülerInnen die Koordination. Oft bestehen diese Aufgaben aus Transport (Busfahrten organisieren, manchmal durch ganz Panama), Verpflegung (33 hungrige Teens müssen immer gefüttert werden, ob auf der Thor oder nicht), Zusammenhalten der Gruppe (ungefähr so müssen sich Schäfer mit bockigen Schafen fühlen) und Preisverhandlungen.

Wir, ein Team bestehend aus Bene und Simon, meldeten uns freiwillig für die Organisation des ersten Tages auf Panama. Das Tagesziel war, die Gruppe in den Regenwald zu dem Camp unseres Guides Miguel zu bringen, wenn möglich, vollzählig. Der Auszug von unserem geliebtem Schiff sollte möglichst früh stattfinden. Jedoch hatte Johannes, unser Kapitän, noch andere Pläne, welche nur darauf warteten, umgesetzt zu werden. “Wenn man sein Zuhause verlässt, gehört es zum guten Ton, dieses sauber für seine Nachfolger zu hinterlassen”, so ungefähr seine Worte [sagen wir: sinngemäß! Anm. d. Kapitäns…]. Dadurch stellte er uns vor eine erste, unerwartete Aufgabe. Wie bekommt man eine aufbruchslustige Schülermeute dazu, vor der Abfahrt ein gründliches Reinschiff einzuschieben?
Durch brillante und clever eingesetzte Überredungskünste!
Selbstbewusst hatten wir uns am Vorabend dafür entschieden, einen enger gestrickten Zeitplan mit weniger Zeit für Frühstück und Putzen, dafür aber einer halben Stunde Extraschlaf, zu verfolgen. Das Ergebnis war, dass wir früh morgens noch halbschlafende Schüler mit Putzeimern in der Hand übers Schiff scheuchen mussten.
Mit nur überraschend wenig Verspätung brachten wir alle Trekkingrucksäcke mit ihren jeweiligen BesitzerInnen in zwei aufeinanderfolgenden Dinghi-Shuttles von der geankerten Thor an Land. Zum ersten Mal seit Kiel betraten wir kontinentales Festland! Als Begrüßung in diesem wunderschönen Land wurde uns erst einmal ein ordentlicher Regenschauer geschickt. Danach traten wir (leicht aufgeweicht) den kurzen Marsch in die “Innenstadt” von Portobello an. Auf dem Marktplatz ließen wir die Gruppe kurz neben kleinen Ständen warten, um uns auf die Suche nach einem Bus zu machen. Nicht weit von uns entfernt entdeckten wir zwei alte, bunt bemalte Busse im Stile alter amerikanischer Schulbusse. Die wilden Zeichnungen, welche sogar große Teile der Windschutzscheibe bedeckten, stachen uns regelrecht ins Auge. Neben den Bussen unterhielten sich zwei Männer laut, welche sofort angebotsfreudig auf uns zukamen, als wir uns ihnen näherten. Sie sagten, eine Fahrt nach Canopy sei kein Problem und boten uns einen Preis an, den wir nach kurzem Verhandeln auf weniger als die Hälfte reduzieren konnten.
Zehn Minuten später saßen wir in einem überfüllten Bus, eingequetscht zwischen unserem Gepäck, und begannen die Fahrt mit dröhnender, lateinamerikanischer Musik, welche aus großen Boxen hinter uns erschallte. Es herrschte eine lustige Atmosphäre, auch wenn wir bei offener Tür und mit nicht gerade verkehrssicher aussehenden Spiegeln fuhren. Der Spaß endete jedoch bereits nach einer halben Stunde, als wir die Kreuzung nach Canopy erreichten.
Dort warteten bereits Yermai und sein Halbbruder, Freunde von Miguel, auf uns, um uns auf der eineinhalb-stündigen Wanderung durch den Regenwald zum Camp zu begleiten. Auf diesem Weg sammelten wir erste Eindrücke von der Vielfalt der Arten im Dschungel in Panama, und waren komplett beeindruckt.
Am frühen Nachmittag erreichten wir erschöpft vom Laufen bei starker Hitze das Hüttencamp von Miguel. Dort aßen wir zuerst alle dankbar unsere Lunchpakete, und bekamen daraufhin einen kurzen Rundgang. Als Tagesprojektleitung waren wir der Kommunikationskanal zwischen unserer Gruppe und der spanisch-sprechenden Leitung des Camps. Wir klärten alle aufkommenden Fragen und unterhielten uns mit Miguel über das anstehende Programm, welches für den restlichen Tag aus Baden gehen und Entspannen bestand. Dies taten wir mit Freude, denn Schwimmen in Süßwasser waren wir alle nicht mehr gewöhnt.
Als gelungenen Tagesabschluss gab es ein von Yaneth (Miguels Frau) gekochtes, traditionelles Abendessen.
Im Laufe des Tages hatten sich uns mehr Aufgaben gestellt als erwartet, jedoch waren diese immer sehr lustig und oft mit etwas Koordination leicht zu meistern.

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