Unser Besuch auf der Kaffeeplantage

Datum: 09.01.2019
Ort: Boquete
Autoren: Lukas und Robin

Luki: Hallo Robin. Wie geht es dir?

Robin: Mir geht es richtig gut. Danke der Nachfrage. Heute war wirklich ein schöner Tag auf der Kaffeeplantage. Findest du nicht?

Luki: Ja, das finde ich auch. Was hat dir denn so besonders gefallen?

Robin: Mein persönliches Highlight war auf jeden Fall die Kaffeeverkostung gegen Ende der Führung.

Luki: Da hast du Recht. Der war echt lecker.
Aber ich persönlich fand die Hinfahrt auch schon ein Erlebnis für sich.

Robin: Und warum?

Luki: Die Fahrt zu der Finca war tatsächlich schon sehr lustig.
Wir haben uns darüber unterhalten, dass es ja sein könnte, dass die Person, die uns gefahren hat, einfach ein deutscher Tourist auf dem Weg zum Supermarkt ist und uns noch gar nicht bemerkt hat. Darauf hat der Fahrer erwidert, dass das in der Tat witzig wäre. Dann erzählte er uns, dass er aus Düsseldorf kommt und dort eine kleine Rösterei besitzt. Bei dieser Kaffeeplantage kauft er immer die Kaffeebohnen für seine “Rösterei Vier”.

Robin: Davon hab ich Mal was gehört. Diese Art von Wirtschaftsmodell heisst “direct trading”.
Das ist eigentlich echt voll gut, weil das Geld direkt an die Arbeitenden auf den Plantagen geht und nicht an die Großkonzerne wie zum Beispiel bei Starbucks.

Lukas: Der Mann war wirklich cool drauf, wie auch die Frau, die die Führung geleitet hat.
Die hat uns dann ja auch erstmal einen Kaffeetee angeboten.

Robin: Ja, Kaffeetee ist wirklich lecker, vor allem wenn man bedenkt, dass das ja nur die Schalen der eigentlichen Kaffeebohne sind, und es somit nur ein Restprodukt ist.

Luki: Früher haben das ja nur die Kaffeebauern getrunken, weil sie die eigentliche Bohne verkaufen mussten, um davon leben zu können. Heute hat man sich überlegt, dass das den Hipstern auch gefallen könnte.

Robin: Was ich auch noch sehr toll fand, waren die vielen Orangen und Bananen, die wir von den Bäumen pflücken und essen durften.

Luki: Stimmt. Was daran echt interessant ist, ist, dass die Bäume für den Kaffee in zwei Hinsichten eine wichtige Funktion haben. Sie spenden Schatten und ziehen Nährstoffe aus der Luft in den Boden.

Robin: Ich finde es echt gut, dass die Plantage so ökologisch unterwegs ist. Sie benutzen zum Beispiel auch keine Chemikalien und zum Trocknen der Kaffeekirschen nutzen sie sogenannte Kaffeebetten, auf denen man die Kirschen ausbreitet. Für uns war es ein grosser Spaß, die Bohnen darauf zu wenden, während das für andere eigentlich eine normale Arbeit ist.

Luki: Wo wir schon davon sprechen: Ich wusste davor gar nicht, dass Kaffee eine sehr süße Kirsche ist, die man auch essen kann.

Robin: Und erst wenn man sie trocknet und röstet, entsteht der Kaffeegeschmack. Da gibt es dann ja auch noch Unterschiede zwischen medium und dark roast.

Luki: Beim medium roast bleibt noch viel vom ursprünglichen Geschmack übrig, was für Firmen, wie Starbucks, die einfach alle Kaffeebohnen von vielen verschieden Plantagen zusammenschmeißen, eher ungeeignet ist.

Robin: Deshalb machen die ja auch einen dünklere Röstung, die den Geschmack mehr verbrennt.

Luki: Ja, über Starbucks lässt sich viel streiten, vor allem, weil sie die Kaffeeplantagen viel zu wenig bezahlen. Bei der Eigenfirma der Plantage (“Cafes de la luna”) werden die Arbeitenden viel besser bezahlt.

Robin: Der Kaffee ist wirklich sehr gut und der Name der Eigenmarke kommt interessanterweise daher, dass die Kaffeepflanzen abhängig von der Mondperiode gedüngt werden.

Luki: Da arbeitet doch auch ein indigener Stamm, der zur Erntezeit aus dem Bergen kommt.
Auf der Kaffeeplantage wird Kaffee meist eher im kleinen Stil gehandelt. Die Röstmaschine ist auch nicht viel größer als der Kombüsenbackofen auf der Thor.

Robin: Oh Luki, in zwei Minuten habe ich Reinschiff.

Luki: Alles klar, hat mich gefreut mit dir zu reden.

Robin: Ebenfalls, hau rein.

Luki: Man sieht sich.

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