Die Flaschenpost informiert: „Home sweet home“- Endlich wieder zuhause

Datum: 17.01.2019
Mittagsposition: Bocas del Toro
Wetter: Lufttemperatur: 27 °C, Wassertemperatur: 26,5 °C, Wind: NE2
Autorin: Anna S.

Am Dienstag, den 15.01.19, hat ein langersehntes Ereignis auf der Thor Heyerdahl stattgefunden. Die KUSis sind wieder an Bord gekommen! Einige Schüler (vor allem Vivi) hatten bereits richtiges „Thor-Weh“.
Nach unzähligen fröhlichen Umarmungen unseres Stamms, den wir sehr vermisst haben, wurden unsere KUSis mit dem Lieblingsgericht von Romy, nämlich Nudeln mit Pesto, begrüßt, die zur Feier des Tages von exzellenten Köchen, unserem Segelstamm, zubereitet wurden. Auch über das chlorfreie bzw. Micropur-freie Trinkwasser wurde ausgiebig geschwärmt.

Aber da die Schüler nicht nur zum Schlemmen wieder auf die Thor gekommen waren, ließ der Einzug nicht länger warten. Allerdings waren die Schüler während des Landaufenthalts des Öfteren im Regenwald, was eventuelle blinde Passagiere nicht ausschließen ließ. Das bedeutete, dass 36 volle Trekking- und Tagesrucksäcke bereits an Deck entleert werden und alle Sachen einmal ausgeschüttelt werden mussten. Dass dieses Vorgehen sich gelohnt hat, bewies unser Simon, in dem er einen Skorpion, der sich in seinem Schlafsack versteckt hatte, über die Bordwand baden schickte. Bei dieser Auspack-Aktion wurde auch gleich die gesamte dreckige Wäsche aussortiert, sodass Vera einen aufwendigen Waschplan erstellen konnte und so bereits zwei Tage nach der Ankunft der Schüler die ganze dringende Wäsche für Kuba durchgewaschen war.
Eine weitere aufwendige Angelegenheit war auch das Duschen am ersten Abend. Im Vergleich zu den Duschen in Panama sind die Duschen an Bord zwar luxuriös, laden aber auch zum längerem Verbleib ein, was hinsichtlich der Tatsache, dass die 33 Schüler am liebsten alle gleichzeitig duschen wollten, eher kontraproduktiv war.

Was die Schüler am meisten an der Thor vermissten, war der geregelte Bordalltag. Denn der Landaufenthalt war zwar wunderschön und sehr spannend, aber auch für alle von uns sehr anstrengend, weil jede Tagesprojektleitung natürlich das Beste aus dem Tag machen wollte und es so immer etwas zu tun gab. Durch diese Tagesprojektleitungen haben die Schüler aber einen guten Einbick in den Job der Projektleitung bekommen und sind froh, dass das auf der Thor jemand anderes macht. Hier auf der Thor ist zwar auch immer viel los, aber man hat seine festen Zeiten, in denen man Freizeit hat. Diese Freizeit wird bei den KUSis oft durch das Lesen in den Büchern der Bordbibliotek genutzt. Schon am ersten Tag wurden unzählige Bücher neu ausgeliehen, was unseren Deutschlehrer Kai natürlich besonders freut.

Aber nun zum Auslaufen aus Bocas del Toro:
Ein paar besorgte Stimmen an Bord munkelten, dass die Schüler nach so einem langen Landaufenthalt vielleicht schon Landratten geworden sind. Doch diese These wurde bereits beim ersten Großreinschiff nach langer Zeit und dem Seeklarmachen widerlegt. Spätestens beim Nautikunterricht 2.0, der bei der ersten „richtigen“ Wache stattfand, wurde das vergessene Wissen wieder aufgefrischt. Auf der jetzigen Etappe ist die stündliche Machinenronde ein festes Bestandteil der Wache, weil der Wind ungünstig von fast vorne weht und so durchgehend motort werden muss. Die einen kümmern sich liebend gerne um die liebe Olga (die Hauptmaschine), die anderen eher nicht so gerne, da der stickige, heiße, enge Raum fast schon zum Seekrankwerden einlädt. Am Auslauftag selbst wurden allerdings auch schon die ersten wieder seekrank. Dieses Mal wurden sogar die Lehrer nicht verschont. Am schwersten traf es allerdings die Backschaft an diesem Tag, da zeitweise drei von vier Backschaftern seekrank waren und Kathrin, unsere Krankenschwester, sich erst um die Kranken kümmern musste und dann die Backschaft zum Teil alleine bewältigt hat.

Nun zu den Highlights des Tages:
• In einer der Schülerversammlungen wurde beschlossen, dass die Frühstücksbestellung „Oma“ (ein Obstsalat Mit Allem) ab sofort eine Bestellung ist, bei der der Obstsalat mit Jogurth, Müsli und Cornflakes, aber ohne Milch kredenzt wird. Für die, die jedoch trotzdem Obstsalat mit Allem UND Milch haben wollen, haben wir demokratisch einen neuen Namen erfunden.
• Die Wachen liefen sehr entspannt und motiviert (laut vielen Schülern freut man sich nach zweieinhalb Wochen wieder auf Sicherheitsronden und Co gehen zu dürfen).
• Der anstrengende Tag wurde mit einem malerischen Sonnenuntergang hinter dem Baru (dem Vulkan, den einige von uns bestiegen haben) und Delfinen belohnt.
• Es gab Döner zum Abendessen.

Ich hoffe, die heutige Ausgabe unserer Bordzeitung hat ihnen gefallen und sie konnten sich die Heimkehr der KUSis auf ihre geliebte Thor zumindest annähernd vorstellen.

P.S.: Ich möchte meinem Geburtstags-Opa Manfred herzlich gratulieren. Alles, alles Gute!

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