Logbuch vom Montag, den 25.02.2019

Seit heute, Montag den 25.02.19, um 14:30 Ortszeit (18:30 UTC), liegen wir mit der Thor Heyerdahl fest an Penno‘s Wharf in St. George‘s, Bermuda.
Um 12 Uhr Bordzeit befanden wir uns noch auf der Position 32°18.9‘ N und 064° 38,3‘ W, kurz vor Bermuda, und es war der vierte Tag der Schiffsübergabe. Zu Beginn der Schiffsübergabe am Freitag, den 22.2., fuhren wir mit Maschinenunterstützung und Vollzeug bis auf Flieger und Besantopp auf westlichem Kurs. Mit dem schwächer werdenden Wind (3 Bft) entspannte sich auch die Situation der Seekranken wieder.

Bevor die Schiffsübergabe stattfinden sollte, musste das Schiff durch ein Großreinschiff auf Vordermann gebracht werden, denn nur ein sauberes und ordentliches Schiff kann übergeben werden. Nachdem dies geschehen war, konnten wir nun in 90 Minuten die gestellten Aufgaben, die zum Führen des Schiffes notwendig sind (z.B. das Einteilen in neue Wachen oder das Errechnen der Kurslinien), bewältigen und die Schiffsübergabe konnte stattfinden.
So wurde die Thor am 22.02.19 um 16:30 Uhr erfolgreich an den neuen Schülerkapitän Christoph und die Steuerfrauen Vivi und Anna K. übergeben, sowie an die neuen Schülerprojektleiterinnen Leonie und Hanna. Der restliche Schülerstamm besteht nun aus den Wachführer*innen Lucie (Wache 1), Anna D. (Wache 2), Anna S. (Wache 3), Denis (Wache 4); zu ihrer Seite als Copis stehen Anna-Lena (Wache 1), Gereon (Wache 2), Romy (Wache 3) und Helen (Wache 4). Natürlich gibt es noch unsere Maschinisten Matthias und Friedrich sowie unsere Bootsmänner Leo und Robin, und außerdem darf man auch nicht unsere Proviantmeister*innen Ben Re und Katharina vergessen. Zusätzlich dürfen wir uns über unsere Journalistin Melina freuen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unsere spannenden Tage zu dokumentieren.

Am nächsten Tag, den 23.02.19, waren als Programm 2 Schulstunden Workshops sowie ein Filmabend mit dem Film „Die Miamicops“ angesetzt, aber auch segeltechnisch wurde einiges geboten. Es stand eine Frontdurchquerung mit Winddreher an. Ansonsten verlief der Tag wie ein normaler Wachtag, mit dem Unterschied, dass das GPS wegfiel, sodass nun jede Stunde ein Relingslog gemacht werden musste und in der nautischen Dämmerung Sterne als auch tagsüber alle 2-3 Stunden die Sonne geschossen werden musste, um stets zu wissen, wo wir uns befinden. Natürlich darf man auch das Koppeln nicht außer Acht lassen, das jede Stunde zwischen den einzelnen astronomisch ermittelten Positionen durchgeführt werden musste. Da an diesem Tag der Wind vormittags sehr schwach war und nach der Drehung zwar stärker wurde, aber gegenan wehte, waren wir gezwungen unsere Maschine einzusetzen, konnten dann aber unter Stützbesegelung Kurs direkt auf Bermuda nehmen.

Der dritte Tag der Schiffsübergabe, der 24.02.19, beinhaltete einen informativen Vortrag über die Wahlpflichtfächer und das Additum bei KuS, als auch eine Halse. Vormittags fuhren wir noch immer unter Maschine, allerdings auf einem östlichen Kurs, um abends halsen zu können und dann endlich fast unter Vollzeug ohne Maschine wieder Kurs auf Bermuda zu nehmen. Im Tagesverlauf frischte der Wind immer weiter auf, bis er letztendlich eine Windstärke von 5 Bft erreichte. Dementsprechend rau war die See. Desweiteren gab es abends ein sehr spannendes Ereignis: das Abgleichen von unserer astronomischen mit unserer GPS-Position. Wir befanden uns 10,3 sm nordöstlicher als bestimmt, sodass wir Bermuda auch ohne GPS erfolgreich erreicht hätten.

Am 25.02.19 erreichten wir schließlich St. George`s Harbour, Bermuda. Über Nacht konnten wir vor dem Wind schnell die etwa restlichen 100 sm zurücklegen und vormittags zog erneut eine Front über uns hinweg, die das Bergen der Segel vor dem Einlaufen mit Regen und Böen erschwerte. Um 13 Uhr Bordzeit startete schließlich das Einlaufmanöver, allerdings wieder unter der Stammschiffsleitung. Bevor wir das Schiff heute Abend zurückübergeben werden, müssen die Segel hafenfein gepackt und in einem Großreinschiff alles hafenfein geputzt werden.

Leider gab es während der Zeit der Schiffsübergabe einige leichte Krankheitsfälle und Verletzungen, doch glücklicherweise geht es heute allen Betroffenen schon sehr viel besser.

Christoph, Schülerkapitän, Vivi, Schülersteuerfrau, Anna K., Schülersteuerfrau, Hanna und Leonie, Schülerprojektleiterinnen

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