Freizeit – so abwechslungsreich wie nie zuvor

Datum: 14.03.19
Mittagsposition: 30°29,9‘N, 042°38,5‘W
Etmal: 132 sm
Wetter: Lufttemperatur: 20,5 °C, Wassertemperatur: 19,5 °C, Wind: SSE 3-4
Autor: Philip

Als ich mich am Anfang der Reise mit den anderen KUSis über unseren Alltag zuhause unterhalten habe, meinten viele der frisch-geborenen Thor’ler*innen, dass sie eigentlich beträchtlich viel Freizeit daheim hätten. Einige Schüler befürchteten deshalb, dass sie sich erst mal an die angeblich gezählten freien Stunden hier auf der Thor gewöhnen müssten. Doch so wenig Freizeit und so wenig Freizeitangebote, wie anfangs von vielen vermutet, sind in unserem Bordalltag gar nicht zu finden. Im Folgenden führe ich ein vielseitiges Angebot der Freizeitmöglichkeiten an Bord auf:

In unserer Bordbibliothek findet man zu jeder Tageszeit begeisterte und motivierte KUSis, die ihre Köpfe in die spannenden Bücher recken. Mit über 1000 Bücher aus allen Genres findet jeder Bücherwurm hier sein Futter. Einerseits hat man die Möglichkeit, Bücher direkt vor Ort auf den bequemen Polstern der „Bib“ zu lesen, andererseits besteht auch die Möglichkeit, die wundervollen Bücher mit in seine Koje zu nehmen. Dazu muss man das Buch lediglich in das Hauptbuch, das sogenannte Buch der Bücher, eintragen. Während der gesamten Reise haben sich dadurch so manche Bücherliebhaber entwickelt, darunter beispielsweise Matthias und auch meine Wenigkeit, die bis zu drei Bücher in der Woche lesen.

Eine weitere beliebte Freizeitaktivität auf der Thor ist das Spielen von Brett- und Kartenspielen. Die Zeit, in der unser vielfältiger Spieleschrank fast halbstündlich geöffnet wird, ist zwischen 19 und 21 Uhr. Kommt man in dieser Rush Hour in die Messe, so findet man zahlreiche Schüler, die auch sehr oft mit Stammmitgliedern spielen. Sehr beliebt sind die Spiele Skat, Dooble und Carcassonne.

Ein mehr oder weniger großer Teil unserer Freizeit wird für die sogenannten Beauftragungen in Anspruch genommen. Dabei unterstützt man entweder Lehrer oder Stamm in ihren alltäglichen Aufgaben. Je nach Einsatzbereich muss man beispielsweise Zuckerstreuer auffüllen oder die Bordwäsche waschen. Trotz der zusätzlichen Arbeit sind diese Beauftragungen ein besonderer Teil im Bordalltag, da man dadurch jene vielfältigen Aufgabenbereiche an Bord unterstützen kann.

Auch eine Möglichkeit, seine Freizeit an Bord zu verbringen, ist das freiwillige Arbeiten in der Last. Dort hat man zum einen die Freiheit, sich an Geräten aus der umfangreichen Werkbank zu bedienen und Materialien je nach Vorliebe zu bearbeiten. Zum anderen besteht auch die Möglichkeit, sowohl dem Bootsmann Laurent als auch dem Maschinisten Willi bei ihren interessanten Arbeiten zu helfen. Manchmal werden abends in der Last auch die einen oder anderen Geburtstagsgeschenke zusammengebastelt. Aber auch Verschönerungen, um die eigene Koje gemütlicher zu machen, werden hier konzentriert zusammengebaut. Beispielsweise hat Friedrich zusammen mit Willi ein detailgetreues Buddelschiff von der Thor gebastelt.

Zu guter Letzt haben die KUSis natürlich auch immer die Freiheit, angeregt Gespräche mit Mitschülern in den Kammern zu führen. Es ist auch möglich, in der eigenen Koje Musik mit Kopfhörern zu hören, wobei gerade in der Schülerversammlung darüber debattiert wird, ob das Musikhörverbot in der Bibliothek aufgehoben werden sollte. Außerdem ist es immer möglich, interessante Briefe an Familie und Freunde zu schreiben und sie über die aktuelle Lage an Bord zu informieren. Noch hinzu kommt, dass jedermann das Recht hat, während seiner Freizeit das Achterdeck und die Fahrwache zu besuchen und beispielsweise auf das Meer oder in den sehenswerten Sternenhimmel zu schauen.

Abschließen kann ich sagen, dass ich am Anfang unserer Reise nicht gedacht habe, dass wir genug Freizeit an Bord haben werden. Vom Gegenteil wurde ich schon in den ersten Wochen überzeugt. Leider befürchte ich, dass mir, sobald ich wieder Zuhause bin, die umfangreichen und vielfältigen Freizeitangebote der Thor sehr fehlen werden. Deshalb kann ich jedem Schüler dringend empfehlen, die verbleibende Zeit an Bord in vollen Zügen zu genießen.

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