Logbuch vom 28.03.2019

Es ist Donnerstag, der 28. März 2019. Die Thor Heyerdahl liegt noch an der Pier in Horta; das Auslaufen ist für morgen früh angesetzt. Alle an Bord sind gesund und bereit für die letzte Etappe der Reise.

Die vergangene Woche auf den Azoren war mit einigen Programmpunkten gefüllt, neben denen auch genügend individuelle freie Zeit blieb. Höhepunkte waren der Ausflug auf den wolkenfreien Gipfel des Pico und die Walbeobachtungstour. Bei letzterer kamen wir in den unerwarteten Genuss, Schwertwale (Orcas) und Buckelwale beobachten zu können – Erlebnisse, die wohl keiner der Beteiligten so schnell vergessen wird.

Gestern wurde an allen Ecken des Schiffs gearbeitet, um das Schiff und uns auf die bevorstehende letzte Hochseeetappe vorzubereiten. Das Rigg wurde überprüft und an zwei Stellen nachgespannt, Proviant übernommen, Rost entfernt, mit Farbe gearbeitet, Tauwerk getauscht, unser an den Nähten verstärktes Großsegel wieder angeschlagen und an der Pier das obligatorische Bild gemalt. Fast jedes Segelfahrzeug, das Horta anläuft, bemalt hier traditionell eine kleine Fläche im Hafen, so dass die Pier eine Art Familienalbum ist. Auch die bisherigen KUS-Jahrgänge sind natürlich vertreten.

Die letzte Etappe betrachten alle mit etwas gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite nimmt die Vorfreude aufs Heimkommen zu, auf der anderen Seite rückt damit auch der Abschied vom Schiff und von der Bordgemeinschaft näher, die seit einem halben Jahr gewachsen ist. Und bis dahin liegen ja auch noch ein gutes Stück Atlantik, der Englische Kanal und die Nordsee auf unserer Route.
Bis zu unserem nächsten geplanten Stopp in Falmouth sind es 1235 sm.

Johannes Schiller, Kapitän, und Dr. Martin Goerke, Projektleiter an Bord

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