Logbuch vom 01.04.2019

Am heutigen Montag, den 1. April 2019, stehen wir um 12 Uhr Bordzeit (= 12 Uhr UT) auf der Position 41°15‘N und 021°31‘W. Bei stürmischem Wind aus NNE mit Stärke 7 arbeiten wir uns mit voller Maschinenleistung und Stützsegeln langsam nordwärts, werden aber durch den Winddruck und die sehr grobe See deutlich in Richtung NW versetzt. Den Umständen entsprechend hat die Seekrankheit einige in der Besatzung noch einmal heimgesucht, aber tatsächlich sind weniger Personen betroffen als vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Die meisten sind nach zwei Nächten mit wenig Schlaf müde, aber die Stimmung ist gut. Dazu trug auch der Geburtstag von Ben bei, den wir heute bei Kaffee und Kuchen feiern konnten.

Nach dem Abschied von Faial und dem Auslaufen aus Horta am Freitag vormittag bei ruhigem Wetter konnten wir noch bis zum Abend den hohen Kegel des Pico sehen, während wir an der Insel Graciosa vorbei in Richtung ENE fuhren. Den Samstag vormittag nutzten wir zum Reffen der drei Gaffelsegel, um uns auf die bevorstehende Starkwindphase vorzubereiten. Seit gestern abend können wir wie erwartet den direkten Weg nach NE nicht mehr anliegen und versuchen daher, auf möglichst kurzem Wege durch das Starkwindfeld auf dessen andere Seite zu gelangen und dann auch wieder östlicher zu fahren.

Trotz des heftigen Rollens läuft an Bord eine normale Alltagsroutine. Zweimal pro Tag treffen sich Schüler in Lerngruppen (je nach Wache), um sich in den sogenannten Addita auf den Wiedereinstieg in die Heimatschulen vorzubereiten. Zudem nutzen noch einige Schüler die letzten Gelegenheiten zu einem Praktikum beim Bootsmann, Maschinisten oder den Proviantmeisterinnen. Ende dieser Woche stehen auch noch zwei Referate an, zu Gezeiten und zur Energiegewinnung aus dem Meer.

Bis Falmouth am Eingang des Englischen Kanals sind es noch 870 sm – Luftlinie. Aber dieser Linie werden wir leider nicht direkt folgen können.

Johannes Schiller, Kapitän, und Dr. Martin Goerke, Projektleiter an Bord

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