35 Objekte: Das Abtropfgitter – Ein kleines, aber feines Ding

Datum: 11.04.2018
Autor: Philip

Während unserer diesjährigen KUS-Reise wurden einige nützliche Kleinigkeiten, sei es von unserem Bootsmann oder von Schülern selbst, für unser treues Schiff gebaut. Darunter fällt auch das Abtropfgitter aus Holz, welches seit dieser Reise auf unserem Boot zu finden ist.

Der Name Abtropfgitter besteht aus zwei altgermanischen Wörtern: Auf der einen Seite leitet sich das Wort tropfen vom Wort „triefen“ ab, was so viel bedeutet wie „ganz nass sein“. Auf der anderen Seite hat sich Gitter aus Gatter entwickelt, welches einen Zaun oder eine Pforte aus Gitterstäben beschreibt.

Es befindet sich in der Kombüse und ist neben dem achteren Spülbecken auf ungefähr 2 cm Höhe angebracht. Es ist 30 cm breit und 15 cm lang. Auf den ersten 20 cm Breite befindet sich ein Holzgitter, dessen Stäbe aus Buchenabfällen hergestellt wurden. Die nächsten 5 cm bestehen aus einem ausgesägten Quadrat und die letzten 5 cm aus zwei ausgesägten Kreisen. Bis auf das Holzgitter, welches aus heller Buche gemacht wurde, besteht das ganze Konstrukt aus dunklem Mahagoni-Holz. An allen erdenklichen Kanten und Ecken wurde es von dessen Erbauer, unserem Bootsmann Laurent, glatt geschliffen, sodass sich auch wirklich kein Koch einen Holzsplitter einfangen kann.

Auf dem Abtropfgitter findet man die meiste Zeit unsere Kombüsenschwämme, welche beispielsweise zum Abwasch oder zum Reinigen des Bräters benötigt werden. Wurde abends die gereinigte Kombüse von einem Stammmitglied kontrolliert, so werden die nassen Schwämme dort platziert, um über die Nacht trocknen zu können. In dem ausgesägten Rechteck hat unser Spülmittel seinen festen Platz.

Als dieses geniale Holzkonstrukt noch nicht in unserer Kombüse vorzufinden war, musste das Spüli immer zwischen Bulleye und Wand eingeklemmt werden. Leider passierte es oft, dass bei starkem Seegang das Spülmittel aus seinem unsicheren Platz flog und in das Waschbecken fiel. Dabei kam es durchaus nicht selten vor, dass es aufging und das ganze Spülbecken nur noch voller Blasen war. Durch dieses ausgesägte Quadrat wurde dieses Problem letztendlich behoben und nebenbei riecht das Holz auch immer angenehm nach Spülmittel.

Wie oben schon erwähnt, wurde das hölzerne Hilfsmittel von unserem ehrgeizigen Bootsmann Laurent
in der Last gebaut. Nachdem er auf das Problem mit dem umherfliegenden Spülmittel und den oft noch
sehr feuchten Schwämmen hingewiesen wurde, machte er sich sogleich an die Arbeit. Anfangs hat er
ein 3D-Modell am Laptop entworfen; danach hat er angefangen, Holz zurecht zu schleifen, zu sägen und
zu bearbeiten. Insgesamt hat er an diesem Projekt über drei Wochen in der Last gewerkelt. Zuletzt hat er
es dann in der Kombüse an der Wand festgeschraubt und sich somit auf dem Schiff verewigt.

Er selbst sagt, dass die Besonderheit des Objektes darin besteht, dass es zum einen ein sehr
praktisches Hilfsmittel ist, durch das diverse Gegenstände nicht mehr in der Kombüse herumfliegen.
Zum anderen betont er die Harmonie der unterschiedlichen Holzarten und -farben.
Außerdem findet er gut, dass es fast nur aus eigentlichen Holzresten besteht und er trotzdem ein so
schönes Objekt herstellen konnte.

Benutzt wird jenes Teil von fast allen Personen, die Backschaft haben, sowohl KUSis, als auch Stamm.
Durch das Essen, welches diese Köche täglich in der Kombüse zubereiten, wird die Stimmung an Bord
bemerkenswert gehoben. Außerdem ist es wichtig, dass immer pünktlich um 12 Uhr das Mittagessen
fertiggestellt ist, da alle Segler um diese Zeit, nach getaner Arbeit, einen Bärenhunger haben. Besonders
bei Seegang wird es durch die Schiffsbewegung deutlich erschwert, das Essen pünktlich servierbereit zu
haben. Deswegen ist es generell wichtig, dass die Kombüse einwandfrei funktioniert, da man einfach
nicht die Zeit und Kapazitäten besitzt, eine beispielsweise ausgelaufene Spüli-Flasche zu beseitigen.

Darum ist es um so wichtiger, dass jedes Teil seinen festen Platz hat und auch nicht bei Seegang, so stark er auch sein mag, durch die Kombüse geschleudert wird, sodass zur rechten Zeit das Essen serviert werden kann.

Denn wie jeder hier an Bord weiß: Sobald das Typhon um 12 Uhr erklingt, das leckere Mittagessen anschließend beginnt.

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