Logbuch vom 08.12.2022

Es ist Donnerstag, der 08.12.2022, und wir befinden uns um 17 Uhr BZ auf Position 11°44,4‘N und 048°43,2‘W. Der Nordostpassat schwächelt nach wie vor. Wir segeln phasenweise mit Wind aus südöstlichen Richtungen der Stärke 3 und fahren ansonsten unter Maschine. Die Lufttemperatur beträgt wie die Wassertemperatur 28°C.

Am heutigen Donnerstag sind wir am frühen Nachmittag durch ein Algenfeld gefahren. Unter den Algen waren zahlreiche Fische zu sehen, leider aber auch einiges an Plastikmüll. Wir haben etwa 60 große Plastikteile im Algenteppich gezählt in einem Zeitraum von etwa 20 Minuten. Seit gestern hängt die Angelleine hinter dem Schiff und wir hoffen auf reichen Fang, bisher haben wir allerdings nur Algen gefischt. Ansonsten sind heute alle Jugendlichen im Lernfieber vor der morgigen Klassenarbeit im Fach Physik.

Gestern Abend hatten wir zum ersten Mal Böen-Alarm. Gegen 20:30 Uhr verdunkelte sich der Himmel und es wurde von der Schiffsführung entschieden, die Spitzen zu bergen. Nach dem Signal waren innerhalb kurzer Zeit viele Helfer an Deck und die Skysails, die Bram, das Großstengestagsegel und das Großtopp wurden geborgen. Kurz darauf setzte der erste Regen seit Wochen ein und bot eine angenehme Abkühlung von der Hitze des Tages. Zum Nachmittagskaffee hatten bereits Lia und Tessa für eine Abkühlung mittels kaltem Weihnachtspunsch gesorgt.

Am Dienstag hat uns der Nikolaus an Bord besucht und in den bereit gestellten Gummistiefel, Sandalen und Turnschuhen einen Schokoladennikolaus, Lebkuchen und eine Orange mit einer kleinen Nachricht hinterlassen. Dadurch begann der Tag für alle mit einem Lächeln im Gesicht. Nach dem Mittagessen gab es einen theatralen Beitrag zum lebendigen Adventskalender. Alex hat aus dem Buch „Oh wie schön ist Panama“ vorgelesen, bei dem sich Tiger (Felix) und Bär (Lisa) auf den Weg nach Panama machen, weil dort alles so herrlich nach Bananen duftet.

Wir genießen die Überfahrt weiterhin sehr. Der Pool ist bei der nachmittäglichen Hitze hochfrequentiert. Der Vollmond mit seinen Wolkenregenbögen erhellt uns die Nächte. Schwärme von Fliegenden Fischen suchen das Weite, hin und wieder gefolgt von einem jagenden Thunfisch. Die ersten portugiesischen Galeeren (Quallen) mit ihren Segeln wurden gesichtet. Alle sind gesund und freuen sich auf die erste Schiffsübergabe in der kommenden Woche. Vom nächsten „Land in Sicht“ trennen uns (nur) noch etwa 800 Seemeilen.

Judith Erhardt, Projektleiterin und Dr. Christian Haehl, Kapitän