Kubanisch unterwegs
Datum: 07.02.2025
Pferde, Fahrräder, Oldtimer, Traktoren, Pflüge, Motorräder, Tuk-Tuks und Kutschen: Alles, womit man irgendwie von A nach B kommt, wird von den Kubanern als Fortbewegungsmittel benutzt. Beim Fahrradfahren auf den ländlichen Straßen haben wir schon die Kreativität der Kubaner bestaunen dürfen. Manche reiten auf ihren Pferden oder Kühen. Andere spannen ihre Tiere lieber vor selbst zusammengezimmerte Kutschen, die manchmal auch auf Autoreifen fahren. Uns begegnete nicht nur einmal ein Traktor oder ein Pflug (!) auf der Straße. Neben den kleinen Tuk-Tuks und Autos gibt es auch Motorräder, wovon viele sogar elektrisch betrieben werde. Die Fahrer sind immer zu zweit unterwegs, tragen alte Helme, die ganz anders aussehen als unsere Helme, und dazu Masken vor dem Gesicht, manchmal ist sogar noch ein dritter Sitz nebendran montiert als eigenes kleines Wägelchen. Auf den Motorrädern kann man auch allerhand transportieren, übergroße Pressluftflaschen, Ventilatoren oder kleine Kühlschränke.
Öffentliche Verkehrsmittel sind hier nicht zuverlässig. Dazu gehören Busse, Taxis und auch Pick-Ups, wo viele Menschen aneinandergedrängt auf der Ladefläche sitzen. Neben den großen Bussen gibt es auch LKWs, die lange Bäume oder Paletten transportieren oder, was uns sehr gefallen hat: ein LKW randvoll mit Tukola. Das Beste waren jedoch die liebevoll gepflegten Oldtimer, die wir gesehen haben. Rote, blaue, grüne oder schwarze Oldtimer, Chevrolet, Lada oder Ford.
Was nicht so angenehm war, sind die Straßen in Kuba. Es gibt zwar ziemlich viele gute Strecken, die auch neu geteert waren oder aus Schotter bestanden, aber die schlechten Abschnitte voller Schlaglöcher und Unebenheiten haben uns auf unseren Fahrrädern nach einiger Zeit Qualen bereitet.
Im Kontrast zu dem, was wir im Landesinneren sahen, steht Havanna, die Hauptstadt des Landes. An unseren anderen Haltestellen wie z. B. in der Kleinstadt Sandino, begegneten uns eher traditionellere Transportmöglichkeiten. In der größeren Stadt Pinar del Río waren diese Transportmöglichkeiten auch weit verbreitet, jedoch gab es ebenfalls moderne, von asiatischen Marken hergestellte Autos, wie z. B. Kia, Hyundai, etc.
In Havanna sahen wir zum ersten Mal die Massen an Oldtimern, die der kubanischen Hauptstadt ihren besonderen Charakter geben. Unter den alten amerikanischen Autos, wie die bereits vorher erwähnte Chevrolets oder Fords, gibt es zwei Sorten: die privaten und die touristischen. Die Autos, mit denen die normale kubanische Bevölkerung rumfährt, sind schöne Autos mit einer großen Vielfalt an Farben und Modellen, jedoch merkt man, wie viele Jahre diese Autos schon hinter sich haben, da sie wie jedes andere Auto nicht in einem perfekten Zustand erhalten sind. Die touristisch genutzten Autos sehen im Gegenzug alle neu aus, als ob man sie am Tag zuvor in der Fabrik produziert hätte. Die Farbpalette dieser Fahrzeuge beschränkte sich auch überwiegend auf barbiepink und pastellila. Diese Eigenschaften sorgen dafür, dass man direkt erkennen kann, welche Autos touristisch als Taxis unterwegs sind und welche nicht. Neben den Oldtimern gibt es auch andere interessante Transportmittel wie z. B. Die sogenannten „Cocos“: kleine, runde, gelbe Autos, die mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h durch Havanna flitzen. Noch dazu fahren durch Havanna auch einige Autos, die so aussehen wie bei uns zuhause, was ein bisschen Vertrautheit in die Stadt bringt.