Logbuch vom 02.03.2026

Wir befinden uns heute, am Montag, den 02.03.2026, um 20:00 Uhr Bordzeit (Dienstag 03.03.2026 00:00 Uhr UTC) auf der Position 35°58’N und 060°03’W. Mit Wind NzE 4-5 Bft segeln wir mit Maschinenunterstützung Kurs 080° und rund 5 kn, Luft 14 °C und Wasser 16 °C. Bis auf einige kleinere Krankheitsfälle sind an Bord alle wohlauf und genießen den erneuten Rhythmus zwischen Segeln und Schule. Leider ist es seit heute Morgen recht kalt geworden.

In Bermuda konnte sich die Besatzung nach der zehntägigen Überfahrt aus Kuba etwas ausruhen und erholen. Nach dem Aufklaren des Schiffes beim Einlaufen und einem kurzen Landgang zum Erkunden von St. George’s wurde zunächst die zweite Schiffsübergabe reflektiert – ein wichtiger pädagogischer Moment der Reise. Zudem wurden einzelne Unterrichtsstunden nachgeholt und die Tests in Geschichte und Chemie geschrieben.

Bei bestem Sonnenwetter und angenehmen Temperaturen bestand an dem freien Tag die Möglichkeit, die beschauliche Insel zu Fuß oder per Bus zu erkunden. Auch ein Run & Dip wurde angeboten. Am Einlauftag waren kurz nach uns zwei weitere Großsegler nach St. George’s eingelaufen: die „Johann Smidt“ und die „Eye of the Wind“. Mit den Besatzungen dieser Schiffe, die sich ebenfalls auf dem Weg zu den Azoren befinden, kam es zu regem Austausch und gegenseitigen Besuchen an Bord.Schließlich wurde die Thor Heyerdahl am Schiffsarbeitentag neu bebunkert und verproviantiert; es wurde Brot gebacken und einige Reparaturen ausgeführt. Den Abschluss und Höhepunkt des überaus netten Aufenthalts in St. George’s bildete ein Kulturabend an der Pier, der mit Grillen (unser erstes in 2026!) eingeleitet wurde. Beim Auslaufen am Samstagnachmittag nahmen wir mit einem lauten Typhongruß Abschied von der uns so wohlgesonnenen Insel und den beiden Segelschiffen, die uns in den nächsten Tagen in Richtung Horta folgen werden.

Nachdem wir nun Bermuda verlassen haben, ist an Bord wieder der Schulalltag und Wachbetrieb eingezogen. Konnten wir in den ersten 36 Stunden unter Vollzeug bei hervorragenden Bedingungen segeln, arbeiten wir uns nun unter Maschinenunterstützung nach Nordosten in Richtung des Zentrums eines ausgedehnten Hochdruckgebietes vor, um dann wieder einen östlicheren Kurs laufen zu können.

Bis nach Horta, Faial, sind es noch etwa 1600 Seemeilen.

Jakob Frühmann, Projektleiter an Bord und Johannes Schiller, Kapitän