Logbuch vom 12.03.2026

Die Thor Heyerdahl befindet sich heute, Donnerstag, den 12. März, 2026 um 20:00 Uhr Bordzeit (22:00 Uhr UTC) auf der Position 39°15’N und 033°36’W. Bei Wind WNW 2 laufen wir gegenwärtig unter Segel bei mitlaufender Hauptmaschine Kurs 087° über Grund und etwa 6 kn. Luft- und Wassertemperatur betragen 17 °C bzw. 16 °C und es ist ein wenig diesig. An Bord sind alle wohlauf. In den letzten Tagen und auch heute herrschte frühsommerliches Wetter und ruhige Hochdruckbedingungen mit moderaten Schiffsbewegungen. Dies macht das Leben an Bord leichter, und die Vorfreude auf die kommenden Tage ist allgemein spürbar.

Die letzten Tage waren seglerisch geprägt von Hochdruckwetter mit SW-Wind, der aufgrund unseres Generalkurses „Ost“ als raumer Wind einfiel. Nach unserem „Segeltag“ mit traumhaften Bedingungen zu Beginn dieser Woche ließen die Windstärken leider ziemlich schnell und deutlich nach, so dass seit nunmehr etwa drei Tagen die Hauptmaschine zum Nachschieben mitlaufen musste. Dies geschah jedoch bei sehr moderaten Drehzahlen und – aufgrund des Rückenwindes – trotzdem beachtlichen Geschwindigkeiten und Etmalen.

Am Montag und Dienstag verbrachten wir unser verschobenes Wochenende bei sehr angenehmen sonnigen Bedingungen. Nach dem schönen Besanschot-An am Montag, über das wir bereits berichteten, stand der Dienstag im Zeichen von vollbesetzten Wachen und dem großen „Thor-Heyerdahl Tampenkontest“. Alle vier Wachgruppen hatten zufällig ausgewählte Aufgaben zu lösen, die mit dem Finden und der Funktion der über Hundert Tampen zusammenhingen – das sind die Taue, mit denen die Segel der Thor Heyerdahl bedient werden. Den ganzen Tag über waren die Anfeuerungen der Wachen zu hören und das Lachen und die Freude über gelungene oder auch misslungene Anläufe. Der Tampenkontest mündete in eine Siegerehrung nach dem Abendessen, bei der Preise in unterschiedlichen Größen an die Wachgruppen ausgelobt wurden. Neben diesen Aktivitäten und der Segelei läuft der Unterricht planmäßig und wird bis zum Einlaufen in Horta ebenfalls plangemäß abgeschlossen. In den letzten Tagen hielten Theresa einen Vortrag über die Tiefsee und Justus einen über die Technik von elektrischen Batterien.

Den seit zwei Wochen herrschenden Hochdruck-Lagen auf dem Nordatlantik sind wir damit begegnet, dass wir unseren Kurs seit Bermuda recht nördlich abgesteckt haben, um dadurch auf den Nordflanken der Hochs zumindest zeitweise günstige Winde zu finden. Aus diesem Grund führt unsere Route in diesem Jahr an der Azoren-Insel Flores aus der nord-westlichen Azorengruppe vorbei. Da wir zum einen bisher gut vorangekommen sind und daher etwas Puffer im Zeitplan vorhanden ist und andererseits die Wetterbedingungen gerade sehr günstig sind, werden wir auf Flores am Wochenende einen kurzen Zwischenstopp für etwa 36 Stunden einlegen. Dabei wollen wir die Insel in verschiedenen Kleingruppen erwandern. Danach ist es noch etwa eine Tagesreise bis Horta, wo wir nach gegenwärtiger Planung am Morgen des Montags, 16. März, plangemäß eintreffen werden.

Die Handys werden erst in Horta ausgegeben. Da das genaue Programm aufgrund von Wetterunsicherheiten noch nicht endgültig feststeht, werden wir die Handy-Tage zu Anfang kommender Woche noch mitteilen.

Bis Lajes (Flores) sind es noch etwa 110 sm und bis Horta noch etwa 240 sm.

Johannes Schiller, Kapitän und Jakob Frühmann, Projektleiter an Bord