Ankommen in Deutschland…und gleich schuften
Datum: 21.04.2026
Mittagsposition: 54°28,5‘N; 009°50,4’E
Etmal: 0 sm
Wetter: Lufttemperatur: 6 °C, Wassertemperatur: 7,5 °C, Windrichtung und Stärke: 0
Während meiner Wachzeiten habe ich über die ganze Reise immer viel gesehen, z. B. Pottwale, Delfine, andere Schiffe, Sonnenuntergänge, und natürlich auch Land. Aber in dieser Wache am 20.04. gegen 10 Uhr haben wir etwas ganz Besonderes erblickt, nämlich ein Stück Heimat.
Ich bin waschechter Kieler und daher kann man sich vorstellen, wie heimisch ich mich gefühlt habe, als wir das Marine-Denkmal in Laboe am Horizont sichteten.
Wir ließen diese wunderschöne Stadt Kiel allerdings Backbord aus und steuerten auf Eckernförde zu. Das fand ich auch gut.
Als wir um 16 Uhr sicher fest waren, konnten wir sogleich anfangen unsere Segel für Kiel fein zu packen. Solveig und ich haben dabei gemeinsam das Besan-Topsegel gepackt (wenn es also nicht nach eurer Zufriedenheit gepackt wurde, wisst ihr an wen ihr euch wenden müsst). Als dies vollbracht war, konnten wir Eckernförde auf uns wirken lassen. Ich dachte ehrlich gesagt, dass hier der Frühling schon sommerlicher wäre, aber da habe ich mich wohl getäuscht.
Wir durften uns dann abends auf Landgang begeben. Dabei konnten wir den örtlichen Rewe bestaunen. Man muss verstehen, dass wir einen solch schönen Laden seit einem halben Jahr nicht betreten konnten. Wir alle mussten uns auch für den nächsten Tag wappnen, welcher nicht zu Unrecht als hart angekündigt wurde.
Nach dem Frühstück ging es dann so richtig los. Tobi wurde zu unserem Koordinator ernannt. Er hat alles so gut organisiert, dass plötzlich alle fleißig zu arbeiten anfingen – damit meine ich wirklich jeden und jede Arbeit. Vom Malen unseres Schiffsrumpfes, zum Putzen der Proviantkisten bis hin zu Riggarbeiten – überall wurde gewerkelt. Nur ich viel ein wenig aus der Reihe… Ich war fast sogar kontraproduktiv. Ich holte nämlich jedes Mal jemanden aus seinem Arbeitsmodus heraus, um ihn zu porträtieren. Jetzt habe ich aber von jedem ein Vorher-, ein Zwischenzeitliches-, und ein Nachher-Porträt. Was mit diesen passiert, müssen wir noch schauen… vielleicht stellen wir als Fotoprojekt sie beim Capitans-Dinner vor.
Jetzt am zweiten Tag in Eckernförde habe ich wahrscheinlich meine letzte Backschaft vollbracht, wenn auch nur eine Halbtagesbackschaft. Am Nachmittag konnte ich dann aber, wie ich mir schon zu Beginn der Schiffsarbeiten gewünscht habe, malen.
Jetzt am Abend, nach gemeinsam vollbrachter Arbeit, glänzt unser Schiff in der Eckernförder Bucht – und das im Sonnenschein und bei bestem Wetter! Nach getaner Arbeit glaube ich, dass wir sagen können, dass wir dieses negativ konnotiere Wort „schuften“ zu etwas Spaßigem geformt haben.
Man kann sich also die gute Laune auf unserem Schiff vorstellen, wenn auch der Gedanke nicht aus dem Kopf geht, dass diese Zeit bald ein Ende nimmt – besonders, weil wir gestern (20.04.) am Fahnenmast alle Flaggen der Länder, bei denen wir waren, gehisst haben. Ich glaube, wir freuen uns aber dennoch alle auf das, was nach unserer Reise kommt. Ich freue mich zumindest schon, vor allem, weil wir quasi schon in Kiel – hier bei mir zuhause – sind.
KUS-Ticker
Montag, 20.04.2026
- 09:00 Uhr: Signal-K zum Anlegen in Eckernförde
Dienstag, 21.04.2026
- 10:00 Uhr: Schiffsversammlung zum Besprechen der Schiffsarbeiten
