Schiffsbetrieb

Durch das enge Zusammenleben an Bord und die verantwortliche Mitarbeit im Schiffsbetrieb werden Rücksichtnahme und Toleranz sowie auch Konfliktfähigkeit, Teamgeist und Verantwortungsübernahme gefordert und gefördert. In praktischen und handwerklichen Arbeiten können die Jugendlichen weitere eigene Fähigkeiten entdecken und ausbauen.
Der Schiffsbetrieb umfasst Aufgaben- und Lernbereiche, die für das Leben an Bord unerlässlich sind, sowie die nautische Ausbildung, die zum Fahren des Schiffes erforderlich ist.

Das Schiff als Lebensraum

Das Schiff stellt für die Dauer des Projektes das neue Zuhause für die Jugendlichen dar, in dem das gemeinsame Leben organisiert und koordiniert werden muss. Die Jugendlichen arbeiten und gestalten aktiv das Bordleben mit. Zu den Aufgaben des Bordlebens zählen Backschaft, Reinschiff und sonstige Aufgaben.

Backschaft

Backschaft bedeutet Küchendienst, der von den Schülern mit Unterstützung der Stammbesatzung absolviert wird. Die Backschaftsgruppe ist für die Verpflegung der gesamten Besatzung (etwa 45 Personen) zuständig und wechselt täglich. Dabei lernen die Jugendlichen alle Arbeiten der Vor- und Zubereitung von Speisen kennen.

Reinschiff

Unter Reinschiff versteht man das Reinigen des Schiffes. Sauberkeit und Hygiene stellen wichtige gesundheitliche Faktoren in einer großen Gemeinschaft und an Bord eines Schiffes dar. Reinschiff wird täglich in allen gemeinschaftlich genutzten Räumen durchgeführt.

Sonstige Aufgaben

Die Jugendlichen sind ebenfalls an folgenden Aufgabenbereichen beteiligt: Müllentsorgung, Wäsche, Getränke- und Proviantversorgung, Verwaltungsaufgaben, Bibliotheksverwaltung und Systembetreuung.

Nautische Ausbildung

Die nautische Ausbildung umfasst die Teilbereiche Navigation, Seemannschaft, Wetterkunde, Schifffahrtsrecht und Seefunk und findet vorwiegend innerhalb des Wachdienstes statt. Im Wachdienst ist der Wachführer mit seinen Wachmitgliedern zuständig für das Schiff, die Fahrt und die Sicherheit an Bord. Die Schüler werden an die routinemäßigen Arbeiten des Wachdienstes herangeführt wie z.B. Ausguck- und Rudergehen, Segeltheorie und -praxis, Navigation, Maschine schmieren, Feuerronde, Wetterbeobachtung und seemännische Arbeiten. Die nautische Ausbildung orientiert sich am Ausbildungsstand der Schüler und den Anforderungen der Seegebiete. Die Grundausbildung findet in den ersten Wochen auf See statt. Im weiteren Verlauf der Reise werden die Fertigkeiten und Kenntnisse vertieft, ausgebaut und spezialisiert.

Schiffsübergabe

Die Schiffsübergabe stellt ein wichtiges didaktisches Element im Konzept von KUS dar. In der Schiffsübergabe wird das Schiff und dessen Betrieb an die Schüler übergeben. Die Schüler nehmen dabei alle verantwortungsvollen Positionen wie Kapitän, Wachführer, Wachführerassistent, Bootsmann, Maschinist und Projektleitung ein. Die Stammbesatzung tritt während dieser Zeit in den Hintergrund und greift nur in Notfällen ein. Die Schüler lernen Probleme und Aufgaben selbstständig zu lösen, Verantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Handeln zu übernehmen und erfahren durch den Rollentausch ihre eigenen Fähigkeiten aber auch ihre Grenzen. Schiffsübergaben finden im Projekt mehrmals zu verschiedenen Zeitpunkten in unterschiedlicher Länge statt.

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