Logbuch vom 05.01.2023

Am heutigen Donnerstag liegen wir an den Cayos Holandes vor Anker. Hier, im Guna Yala Gebiet, genießen wir die traumhafte Inselwelt und erkunden die Kultur der hier lebenden Guna-Indianer.

Am Dienstagmorgen sind wir nach einer schönen Seereise von Grenada nach Panama mit durchgehend hohen Geschwindigkeiten von meist über 7 Knoten pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück vor der Insel Nalunega vor Anker gegangen. Nach einem ausgiebigen Frühstück hörten wir Elisas Referat über indigene Völker und Kultur in Panama und durften im Anschluss einige Guna-Frauen an Bord begrüßen: unser Hauptdeck wurde verwandelt in einen Markt, auf dem lokales Kunsthandwerk wie Armbänder, Molas, Taschen usw. angeboten wurden. Die Crew genoss das Stöbern und Vergleichen der angebotenen Ware und alle hatten die Gelegenheit, ihr frisch erlerntes Spanisch in einer ersten Preisverhandlung zu erproben. Nach kurzer Stippvisite bei der Einklarierungsbehörde auf der Flughafeninsel El Porvenir, wo jeder einmal seinen Pass vorzeigen musste, besuchten wir Nalunega selbst. Die Insel ist von Guna-Indianern dicht bewohnt und bietet einen guten Einblick in deren Kultur. So konnte eine Schülergruppe eine Tanzveranstaltung ansehen und selbst einige der Instrumente und üblichen Tänze ausprobieren. Eine andere Gruppe besichtigte währenddessen den lokalen „Congreso“ – eine Art basisdemokratische Versammlung, in der die Gunas sich allabendlich treffen. Anschließend genossen wir alle eine kurze Segelausfahrt auf einem von drei segelnden Einbäumen, welche das übliche Verkehrsmittel der Guna-Indianer darstellen.

Den gestrigen Mittwoch nutzen wir, um das Schiff von Nalunega an die Cayos Holandes zu verholen. Während der vierstündigen Überfahrt fanden die letzten Unterrichtsstunden vor dem Landaufenthalt in Panama statt. In gemeinsamer Anstrengung bereiteten wir nachmittags das Schiff für die bevorstehenden Strandtage vor: ein gründliches Reinschiff erfolgte parallel zum Aufbau der Dingis, dem Bereitstellen der Schnorchelausrüstung, dem Aufbau einer Waschstation für sandige Strandutensilien und dem Herrichten unserer Seekayaks. Auch konnten wir erste Kontakte zu den Einheimischen knüpfen und eine große Zahl Kokosnüsse erwerben, die während der Tage an den Cayos Holandes zum freien Verzehr bereitstehen.

Mit dem gestrigen Nachmittag starteten wir in unser „Schnobaso“ – zunächst vom Schiff aus und heute auch mit Überfahrten zur nahegelegenen Insel und der Möglichkeit, dort Zeit am Strand zu verbringen und von dort aus baden und schnorcheln zu gehen. Morgen Abend werden wir gemeinsam am Strand verbringen, dort grillen und – wer möchte – auch die Nacht in der Hängematte am Strand verbringen: ein sicherlich besonderes Erlebnis.

Am Samstagabend werden wir hier Anker-auf gehen und unsere Reise nach Portobelo fortsetzen. Von dort aus wird am Montag ein knapp zweiwöchiger Landaufenthalt der Schüler in Panama starten.

Dr. Christian Haehl, Kapitän und Judith Erhardt, Projektleiterin