Mir reicht‘s, ich geh schaukeln!

Datum: 24.02.2026
Mittagsposition: 12°36,5’N; 080°41,0’W
Etmal: 134 sm
Wetter: Lufttemperatur: 28,5 °C, Wassertemperatur: 27,5 °C, Windrichtung und Stärke: ENE 4

Der Montag startete für Gruppe B schon um 07:00 Uhr mit einer Halse. Viele waren noch nicht ganz wach – was vermutlich auch daran lag, dass die Nacht ziemlich ruppig war. Der Seegang hatte uns ordentlich durchgeschaukelt, und an tiefen erholsamen Schlaf war nicht wirklich zu denken. Den Tag über wurde schließlich Kaffee getrunken und ein paar träge Gesichter waren im Unterricht sichtbar. Es war eine Mischung aus Seegang, Müdigkeit und „KUS-Magie“.
Der Vormittag verlief in dieser typischen Routine, die unterwegs auf See, selbst nach einem langen Landgang wie Kuba, erstaunlich schnell wieder zur Gewohnheit wurde.
Gruppe B hatte Unterricht, während Gruppe A parallel Reinschiff machte und Wache ging.
Am Nachmittag fand eine Schülerversammlung statt, in der Jakob uns das Programm für Bermuda vorstellte. Und plötzlich war an Bord wieder eine ganz bestimmte Vorfreude zu spüren. Wir würden bald wieder an Land sein! Und obwohl wir ja vor allem für das Segeln da sind, ist die Freude auf das Ankommen jedes Mal wieder schön zu verspüren. Nach mehreren Tagen nur Wasser, Wellen und Wind würden wir bald wieder Straße, Grün und Zivilisation sehen. 
Zum Abendessen gab es Nudeln mit Pesto und einigen Tomatenscheiben als Deko. Mehr KUS geht nicht in einer Mahlzeit. Aber ehrlich gesagt: Nudeln mit Pesto gehen immer und die kulinarischen Abenteuer Bermudas lagen ja in naher Zukunft.
Die Nacht wurde nochmal ein bisschen anstrengend. Dankenswerterweise konnten wir jedoch beginnend mit Wache 1 halbe Wachen gehen und eine Mütze Schlaf schadete niemandem.
Der Seegang hat das dann leider wieder etwas zunichte gemacht, aber wer lauscht nachts denn nicht gerne den Rhythmen der Thor: Rote Kisten krachen in der Kühl- und Tiefkühllast, Kettenzüge rasseln gegen die Wand, Ölzeug schwingt an den Haken von links nach rechts und regelmäßig purzelt ein munterer KUSi durch die Kammern.

Dienstags konnte man gegen 01:00 Uhr nachts die ersten Lichter Bermudas entdecken! Immer heller und mit jeder Welle, die uns nach oben getragen hat, waren mehr funkelnde Punkte am Horizont auszumachen.
Damit wir gut durch die Einfahrt in die Lagune zur Pier kommen sollten, nahmen wir einen Lotsen an Bord. Deshalb fand um 06:30 Uhr das allgemeine Wecken statt und anschließend gab es Frühstück vor dem Signal K. Pünktlich um 09:00 Uhr dockte ein kleines Boot an und übergab uns den Lotsen, der uns dann sicher in den Hafen brachte. Dann war es endlich so weit: Um 10:00 Uhr befanden sich die Leinen fest an der Pier, die Gangway war ausgebracht und die ersten Besatzungsmitglieder hatten festen Boden unter den Füßen.
Für viele war das Einlaufen in Bermuda ein Moment der Realisation. Wir spürten, wie lange wir jetzt eigentlich schon unterwegs waren und wie besonders es eigentlich ist, mitten im Atlantik auf dieser kleinen Insel anzukommen.
Direkt nach uns konnten wir der Johann Smidt von dem Ocean College, einem anderen deutschen Schulschiff, beim Einlaufen zusehen. 
Bis um 12:30 Uhr machten wir Klar-Schiff, was nach einer längeren Überfahrt immer ein etwas größeres Projekt ist.

Im Anschluss gab es Mittagessen, und am Nachmittag durften wir endlich los: Landgang in St. George’s. Schon der erste Weg durch die Straßen war interessant: Die Häuser waren alle ganz bunt, in vielen Pastelltönen oder ganz in weiß unter ausschließlich weißen Dächern. Irgendwie karibisch, aber doch ganz anders. Ein paar Schülergrüppchen verschwanden direkt in einem Second-Hand-Laden, andere wollten einfach nur spazieren, erkunden, echte Häuser und neue Ecken des Ortes entdecken. Nach so vielen Tagen auf See ist selbst ein ganz normaler Supermarkt eine kleine Sensation. Die Preise auf den Bermudas ließen sich sehen, aber wer noch 20 Dollar für eine Tafel Schokolade übrighatte, der konnte auch hier noch für den Nordatlantik verproviantieren.
Zurück an Bord reflektierten wir noch zwei Stunden lang gemeinsam über die Schiffsübergabe. Nach dem Abendessen saßen viele noch an Deck oder besichtigten die Johann Smidt. Es ist immer spannend, andere Schiffe und andere Konzepte zu sehen, doch noch haben wir niemanden kennengelernt, mit dem wir tauschen wollen!

KUSTicker

Montag, 23.02.2026

  • 07:00 Uhr: Halse
  • 16:00 Uhr: Schülerversammlung

Dienstag, 24.02.2026

  • 08:15 Uhr: Signal K
  • 10:00 Uhr: Einlaufen in Bermuda
  • 13:00-16:00 Uhr: Landgang
  • 16:30 Uhr: Reflexion der Schiffsübergabe