Tada! Tada! Die Post ist da!

Datum: 18.03.2026

Ich sitze in der Bibliothek der Thor. Draußen ist es schon dunkel und es stürmt ordentlich, aber drinnen ist es mollig warm. Ich bin nicht allein hier. Die anderen KUSis malen, lesen oder schreiben Briefe. Sind die Collegeblockseiten nach einiger Zeit mit Erinnerungen, Erlebnissen und Gedanken gefüllt, landen sie ordentlich zusammengefaltet in einem Briefumschlag. Noch die Adresse und die Briefmarke drauf… und dann? Was passiert dann und wie funktioniert eigentlich die Kommunikation mit unseren Freunden und Verwandten zu Hause per Post?

In diesen Tagen stehen wieder einige Wechsel in der Stammcrew an. Unser Kapitän, unser Projektleiter, unser erster Steuermann und unser Maschinist werden nach Hause fliegen und dafür werden ein paar bekannte sowie neue Gesichter wieder auf der Thor einziehen. Mit vielen Landaufenthalten geht das Verabschieden und Begrüßen von Stammcrewmitgliedern einher. Für uns ist dies auf der einen Seite mit einer Mischung aus Trauer und Freude verbunden und auf der anderen Seite ist es eine Möglichkeit per Briefpost zu kommunizieren.

Crewmitglieder, die von Bord gehen, nehmen die Briefe, die wir schreiben, mit und werfen diese in Deutschland in einen Briefkasten. Von dort aus gelangt schließlich jeder Brief (hoffentlich) in die Hände der Adressaten. Diese freuen sich meist über die Post aus den verschiedenen Ländern und sind gespannt, was wir alles zu berichten haben. Doch man schafft es nicht immer, allen ausführlich zu schreiben oder mit allen zu telefonieren, mit denen man gerne mal reden würde. Aber das hält die meisten von uns auch diesen Landaufenthalt nicht davon ab, dennoch weiterhin fleißig Briefe und Postkarten zu schreiben.

Andersherum ist es auch möglich, uns Briefe auf die Thor zu schicken. Alle Post wird an das in Kiel ansässige Thor-Heyerdahl-Büro geschickt und von dort aus von den neuen Crewmitgliedern mit zu uns auf die Thor gebracht. Hier auf der Thor setzen sich dann ein bis zwei Schüler/-innen zusammen, sortieren bis an die 250 Briefe und verteilen sie anschließend auf den Kojen. So auch an dem heutigen Mittwochabend. Für die unter uns, die kein Handy mithaben oder eines mithaben, es aber nicht benutzen, sind die Briefe natürlich besonders wichtig. Doch die Freude ist in jedem Fall groß, ob man nun einen oder fünfzehn Briefe bekommt.

Jeder entscheidet für sich, wann und wo er seinen Brief oder seine Briefe öffnen möchte. Einige können es gar nicht abwarten und lesen direkt nach dem Verteilen, was die Familie von zu Hause zu berichten hat. Andere nehmen sich ganz in Ruhe Zeit dazu, wenn sie allein sind. Ein paar KUSis lesen wiederum ihre Briefe gemeinsam, zeigen sie sich gegenseitig oder lesen sie sich vor. Natürlich kommt häufig auch das Gefühl von Heimweh auf, wenn man all die lieben Worte liest. Dann sind wir füreinander da und trösten uns.

Ich persönlich finde es super schön, Briefe von meiner Familie und meinen Freunden zu bekommen, aber auch selbst welche zu schreiben. Nachdem ich einen Brief verfasst habe, fühle ich mich meist auf eine bestimmte Art aufgeräumter. Zu schreiben und zu erzählen, was man erlebt hat, hilft das Geschehene ein wenig zu verarbeiten. Auch wird man sich über seine Gefühle klarer und darüber, was einen aktuell beschäftigt.

KUS Ticker

Mittwoch, 18.03.2026

  • 09:00 Uhr: Referat von Franz über „The big blue“
  • 10:00 Uhr: Besuch des Walfangmuseums in Horta