Seemannssonntag und Geburtstagsfreitag

Datum: 30.10.2026
Mittagsposition: 43°21,9‘N; 008°23,0’E
Etmal: 96 sm
Wetter: Lufttemperatur: 17 °C, Wassertemperatur: 15 °C, Windrichtung und Stärke: SW 1

Donnerstags ist an Bord Seemannssonntag. Der Seemannssonntag diente früher dazu, die Crew bei guter Laune zu halten, indem der Donnerstag wie ein Sonntag behandelt wurde. Wir auf einem Traditionssegelschiff behalten solche Traditionen natürlich bei, weswegen es morgens Ei, Semmeln oder andere Besonderheiten zum Frühstück und nachmittags meistens Kuchen gibt. So startete der Donnerstagmorgen mit leckerem Porridge und frischen Pancakes mit Nutella, Erdnussbutter, Honig oder Marmelade, die die Backschaft gezaubert hatte.

Um 8:00 Uhr ging dann unsere Wache los. Der perfekte Wind vom Vortag wurde leider immer weniger, bis wir irgendwann die Maschine wieder anschalten und die meisten Segel schnell bergen mussten. Mittlerweile sind wir ein super Team und jeder weiß, was zu tun ist, wodurch alles meist reibungslos funktionierte. Wenn an Bord Segel geborgen werden, müssen diese auch direkt gepackt werden, damit sie nicht im Wind flattern. Für uns ging es deswegen ins Rigg, wo wir auf der Mars in ca. 15 Meter Höhe das Segel zeiserten.

Vor dem Mittagessen steht dann immer noch eine Stunde Reinschiff an. Diese Woche ist meine Wache für den Sanitärbereich zuständig, was für uns heißt: Toiletten, Spiegel, Waschbecken, Wände und – besonders beliebt – die Glocken (Abflüsse an Bord) putzen.

Gestärkt vom Linsencurry zum Mittagessen hatten manche von uns dann noch andere Aufgaben, wie zum Beispiel Patrick, dem Maschinisten, in der Maschine oder Isa, der Bootsfrau, im Rigg zu helfen. Der Rest hatte Freizeit, bis es zum Kaffee am Seemannssonntag leckeren Apfelkuchen mit Sahne gab.

Bis zum Abendessen fanden dann noch Unterricht in nautischer Theorie und das dritte Referat auf der Reise über das Thema Biolumineszenz von Anu statt. Das Abendessen verzögerte sich dann aber, weil die Hälfte der Besatzung an Deck dem wunderschönen Sonnenuntergang zuschaute. Als der Himmel in einem tiefen orange leuchtete, tauchte erneut eine Schule aus bestimmt 20 Delfinen auf, die freudig durch die Luft sprangen und den Abend noch besonderer machten.

Der Freitag verging mit etwas weniger Ereignissen. Während unserer Frühwache erhielten wir endlich die Genehmigung in den Hafen A Coruña an der spanischen Küste einzulaufen, um ein neues Crewmitglied zu empfangen und ein letztes Mal frisches Gemüse, Kürbisse für Halloween und andere Kleinigkeiten zu besorgen, bevor wir die nächsten acht Tage auf offener See bis Teneriffa verbringen. Um 9:20 Uhr machten wir dann also im Hafen fest.

Zum Mittagessen wünschte sich unser Geburtstagskind Felicitas selbst gemachte Spätzle mit Gorgonzola-Spinat Sauce, die allen sehr schmeckten: „Ein Lob an die Backschaft!“

Während der Stamm dann Aufgaben an Land erledigte, blieben wir im Hafen und hatten unsere zweite Sitzung in den Projekten Digitalfotografie, Auftakeln, Musik und Öffentlichkeitsarbeit. Nach fast zwei Stunden Fotos sortieren gab es dann aber endlich Felicitas‘ Schokolade-Himbeere Geburtstagskuchen, bevor wir uns zum Auslaufen bereit machten.

Als dann, gegen 16:00 Uhr, alle wieder an Bord waren, hieß es „Leinen los!“ und unsere bisher längste Seeetappe mit dem Ziel Teneriffa begann…

KUS-Ticker

Donnerstag, 29.10.2026

  • 17:15 Uhr: Referat Biolumineszenz

Freitag, 30.10.2026

  • Felicitas Geburtstag
  • 9:20 Uhr: Anlegen in der Marina A Coruña
  • 16:00 Uhr: Ablegen aus A Coruña