Einkaufen in Panama, ein Erlebnis für sich

Datum: 20.01.2026

Bonk! Ein Einkaufswagen trifft meine Rippen. An dessen Heck hat sich Alma festgekrallt, am Bug steht Lotte und schiebt das Vehikel rückwärts durch die Gänge des riesigen Supermarktes, in welchem wir eigentlich beabsichtigen, das heutige Abendessen zu besorgen. Interessanterweise hat diese Lebensmittelvertriebstelle die Dimension eines deutschen Kauflandes, dessen Produktpalette sich über alle erdenklichen Länder, die regelmäßig ihre Güter durch den Panamakanal schiffen, erstreckt. Aus demselben Grund findet man beispielsweise sogar in der ländlichen Kleinstadt „Boquete“ Rittersport-Schokolade und Pumpernickel aus Gütersloh. Im Gegensatz zu diesen sehr europäischen „Supermercados“ stehen die vielen kleinen Stände mit Essen, Kunst, Souvenirs oder Lotto-Scheinen, die uns überall in Panama begegnen und an denen wir unsere neu erworbenen Spanischkenntnisse zum Verhandeln nutzen können. Auf unseren Streifzügen durch Panama-Stadt und Boquete sammeln wir Armbänder, Taschen, Nummernschilder, Hängematten, Schnitzereien und tolle neue Kleidung aus dem Second-Hand-Shop.

Und dazu kommt eben auch ein weiteres Abenteuer:
Sechs Jugendliche, 111 $ und eine Mission: in Panama-Stadt für 37 Personen innerhalb einer Stunde für das Abendessen einkaufen. Zunächst wird per Google-Maps der nächstgelegene Supermarkt lokalisiert, der sich allerdings als einer von vielen kleinen Läden entpuppt, in denen man zwar palettenweise amerikanische Snacks, aber komischerweise keine 8 kg Nudeln findet. Nach einer kurzen Orientierungsphase gelangen wir schnell zu einem deutlich geeigneteren Supermercado, bei dem wir uns schnell aufteilen, um alles für das von der Tagesprojektleitung (TPL) ausgewählte Gericht zusammenzusuchen: 17 Packungen der billigsten Nudeln für 18,50 $, zwei Zwei-Liter-Dosen Tomatensoße für 14 $ sowie Dosenmais und -bohnen für den Salat.

Außerdem muss debattiert werden, ob man nun fünfmal 3l der originalen „Coca-Cola“ oder der Eigenmarken-Cola zum halben Preis einkauft. Nachdem wir uns für Letzteres entschieden haben, geht die Reise weiter zum nahegelegenen Markt, wo wir, in einem Paradies aus exotischen Früchten, frisches Obst und Gemüse zum Spottpreis ergattern. Während die Mädchen die Beute sicher ins Hostel zurückbringen, ziehen die Jungs mit den verbleibenden 20 $ los, um uns einen würdigen Nachtisch in Form eines Neun-Liter-Eimers Vanilleeis plus 2,5 kg Tiefkühl-Erdbeeren zu sichern. Das Budget wird bis auf wenige Cent vollständig ausgereizt und wir können unsere Schätze stolz der Backschaft übergeben.

Die Backschaft auf der Thor ist schon eine intensive Erfahrung, aber in einem fremden Land (mit begrenzter Zeit, limitiertem Budget und knappen Sprachkenntnissen) die notwendigen Lebensmittel zu besorgen, ist nochmal ein ganz besonderes Erlebnis.