Logbuch vom 16.02.2026

Wir befinden uns heute, am Montag, den 16.02.2026, um 20:00 Uhr BZ (Dienstag, 17.02. 01:00 Uhr UTC) auf der Position 24°46’N und 080°17’W. Mit Wind NW 3 laufen wir unter Segeln sowie Maschinen- und Stromunterstützung Kurs 035° und 8,5 kn. Die Lufttemperatur beträgt 22 °C, die Wassertemperatur beträgt 25 °C.

Die letzten Tage waren geprägt vom Abschluss des zweiten langen Landaufenthaltes: Nach knapp zwei Wochen auf Kuba zogen die Schüler/-innen wieder in ihr altes Zuhause ein, die Thor Heyerdahl. Nach dem Anlanden in María la Gorda ging es zunächst mit dem Fahrrad durch die Provinz Pinar del Río, im äußersten Westen dieses so interessanten Landes. Dort beeindruckten nicht nur Natur, Tabakanbau und unerwartet kalte Nächte, sondern die Jugendlichen konnten Kuba im intensiven Austausch mit der Bevölkerung und abseits touristischer Pfade erkunden – etwa bei einem Besuch der Friedrich-Engels-Schule oder im Gespräch mit Aleida Guevara, der Tochter von Che Guevara. Trotz der jüngsten politischen Entwicklungen konnte ein dichtes Programm in Zusammenarbeit mit dem Völkerverständigungsinstitut ICAP, dem Instituto Cubano de la Amistad de los Pueblos, durchgeführt werden und hat sicherlich zum intensiven Nachdenken angeregt. Umfangreichen Gesprächsstoff bot etwa die angespannte Versorgungslage, die in Kuba aufgrund des Embargos nun schon seit Jahrzehnten andauert, in den letzten Wochen aber aufgrund des akuten Treibstoffmangels besonders spürbar war.

In der Zwischenzeit hat die Stammbesatzung wichtige Instandhaltungsarbeiten an der Thor Heyerdahl in Mexiko durchgeführt und das Schiff dann wieder zurück nach Kuba, dieses Mal in die Marina Hemingway bei Havanna, überführt. Dort bereiteten wir uns auf die nächste Etappe Richtung Bermuda und den Nordatlantik vor. Zwischendurch besuchte uns noch eine Delegation der Deutschen Botschaft in La Havana.

Heute verbrachten wir einen ersten schönen Tag auf See. Die guten Winde und der kräftig schiebende Floridastrom ermöglichen ein rasches Vorankommen Richtung Norden; gleichzeitig stellten wir uns mit einigen Halsen und einem ersten Treffen in den Projekten auf die anstehenden nautischen Herausforderungen am Nordatlantik und den morgen beginnenden Schulalltag ein.

Bis St. Georges sind es noch etwa 1100 sm.

Jakob Frühmann, Projektleiter an Bord und Johannes Schiller, Kapitän