Kubanische Mentalitäten

„Alles, was du hast, teilst du und alles, was du nicht hast, teilst du trotzdem.“ So hat uns eine kubanische Schülerin an der Friedrich-Engels-Schule eine Eigenschaft erklärt, die Kubanerinnen und Kubanern schon in jungen Jahren vermittelt wird. Diese Hilfsbereitschaft und die Offenheit auf andere Menschen zuzugehen und sie zu unterstützen, prägt stark den Charakter, die Einstellung sowie die Mentalität vieler Kubaner/-innen. Diese hat uns auch die komplette Zeit hier auf Kuba begleitet.

Ein weiterer großer Aspekt der kubanischen Kultur ist die Gastfreundschaft. So wurden wir, wenn wir in Hotels oder Restaurants kamen, immer super umsorgt, obwohl in Kuba gerade ein großer Mangel an allem herrscht. Von dieser besonderen Gastfreundschaft der Kubaner/-innen lebten wir während unseres zweiwöchigen Aufenthalts hier. So wurde bereits Wochen zuvor Essen für uns zur Seite gelegt und die Jugendlichen in der Schule schenkten uns selbstgemachte Dinge, obwohl sie selbst kaum etwas Materielles besitzen. Die Gastfreundschaft ist wirklich überall sichtbar. Daran lässt sich auch der kommunistische Gedanke, den viele Kubaner/-innen in sich tragen, erkennen.
Die Menschen hier sind größtenteils sehr offen. So wird man oft auf der Straße angesprochen und die Menschen kommen auf einen zu und sind sehr interessiert, was es für uns deutlich vereinfacht, in Kontakt mit ihnen zu treten. Wir kommen hier auch mit unserem gebrochenen Spanisch ganz gut zurecht und können uns verständigen, weil das Verständnis für unsere mangelnden Spanischkenntnisse von der anderen Seite vorhanden ist. Deshalb konnten wir uns auch super in der Friedrich-Engels-Schule verständigen und vernetzen.

Bei einem Tanzabend an der Schule sahen wir auch schon einen weiteren wichtigen Aspekt der Kultur und Mentalität: Wir erlernten von den Schülerinnen und Schülern das kubanische Tanzen und vielzählige Grundschritte, die diese kreativ weiter ausbauten. Aber getanzt wurde nicht nur in der Schule, sondern eigentlich fast überall. Auf der Straße, im Park… Es ist fast wie eine Art der Kommunikation und wirkt meist locker und lebensfroh.
Nationalstolz spielt zudem oftmals auch noch eine Rolle in der Prägung der Kubaner/-innen. Viele tragen Stolz für ihr Land und ihre Kultur in sich, trotz der Krise, die hier gerade herrscht. Sie sind häufig sehr begeistert von der Befreiung durch die Revolution und davon, was ihre Bevölkerung alles geleistet hat. Auch wenn sie teilweise sehr leiden müssen und wenig Essen haben oder lange Stromausfälle herrschen, zeigen sie Durchhaltevermögen und kämpfen und arbeiten weiter für ihr Land.
Die Menschen, die Kultur und die Mentalität machen Kuba zu dem Land, das es heute ist und lassen es trotz Krise bestehen. Sie geben dem Land den tollen Charakter. Wir sind dankbar dafür, diese kennengelernt zu haben!