Matschparty bei Miguel
Datum: 05.01.2026 – 08.01.2026
„Willst du den Regenwald rocken – steck die Hose in die Socken!“ Das war der Leitspruch, welcher uns von ein paar Stammis mit auf den Weg in das Camp von Miguel gegeben wurde. Ein kleiner Spoiler: Er stellte sich als richtig heraus.
Am Montag in der Frühe, nach einem letzten Großreinschiff und nachdem wirklich alles in unseren Rucksäcken verstaut war, konnten wir das erste Mal panamaisches Festland betreten und auch direkt eine abenteuerliche Busfahrt hinter uns bringen. Als wir ankamen, hieß es, sich mit Sonnencreme einzucremen, mit Insektenspray einzusprühen und natürlich die Wanderhose in die Socken zu stecken, um zu verhindern, dass kleine Tiere es sich in unserer Kleidung gemütlich machen. Dann haben uns Miguel und seine Frau Janet zu ihrem Camp gebracht, wobei wir das erste Mal durch den Regenwald gelaufen sind. Dabei konnten wir Blattschneiderameisen, viel Schlamm und uns unbekannte Pflanzen bewundern. Es gab jedoch auch so einige Hindernisse: Zäune, Bäche, umgefallene Bäume und ein hüfttiefer Fluss, den wir durchqueren mussten.
Am Camp angekommen, konnten wir uns schon einen kleinen Überblick verschaffen: Es gab ein Haupthaus und vier Hütten sowie einen Unterstand für Hängematten. Nachdem uns Miguel uns alles gezeigt hatte und wir sehr beeindruckt davon waren, was er sich hier alles mitten im Regenwald aufgebaut hat, haben wir uns im Haupthaus versammelt und uns wurde etwas über die Tiere und Pflanzen erzählt, die in der Umgebung zu finden sind. Als wir alle auf die verschiedenen Schlafunterkünfte aufgeteilt waren, konnten ein paar von uns schon mit Janet das Essen vorbereiten und so den ersten Einblick in die panamaische Küche bekommen.
Der Regenwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht, denn am nächsten Morgen sind wir von dem lauten Prasseln des Regens aufgewacht und standen direkt der ersten Herausforderung gegenüber: Der Weg zur Toilette bestand aus einem leichten Abhang, welcher sich zu einer Schlammrutsche verwandelt hatte. So kamen wir schneller als gedacht bei der Toilette an. Auch der Weg zum Haupthaus, wo wir alle zusammen essen sollten, stellte sich als rutschiger als gedacht heraus und ein paar mussten schon früh am Morgen unfreiwillig ein Schlammbad nehmen.
Aufgrund des vielen Regens konnten wir am zweiten Tag leider nicht so eine große Wanderung machen, wie ursprünglich geplant, weshalb Miguel uns das Taguaschnitzen (Schnitzen eines Samens einer Palme) gezeigt hat und wir aus frischen Kokosnüssen Öl herstellen konnten. So sah dann der Nachmittag aus: Wir saßen in der Hütte verteilt, jeder hat an seinem Taguasamen geschnitzt oder Janet bei der Ölherstellung geholfen und es entstanden viele abwechslungsreiche Gespräche.
Als wir nach diesem schönen, aber auch langen Tag am Abend ins Bett gehen wollten, hatten wir leider Besuch von einer sehr großen Spinne an unserem Mückennetz. Nachdem wir sie alle bestaunt hatten, wurde uns klar, dass sie dort nicht bleiben konnte und wir haben schlussendlich Miguel geweckt, welcher die „kleine“ Spinne mit einem Lachen aus unserer Hütte gebracht hat.
Am nächsten Morgen sollten wir leider schon wieder alles packen und weiter ging die große Reise! Während wir unsere Rucksäcke packten und versuchten, alle Spinnen, Skorpione und sonstige Tiere im Regenwald zu lassen, kam auf einmal Lukas angestürmt und hat gerufen: „Toke hat ein Faultier entdeckt. Kommt schnell, dann seht ihr es noch!“ Daraufhin sind alle den schlammigen Berg (so gut wie es ging) hochgerannt und konnten das Tier, was man eigentlich nur von Bildern kennt, in einem großen Baum bewundern.
Damit endete unsere tolle Zeit im Regenwald, die viel zu schnell vorbei ging. Wir waren alle ein bisschen traurig, Miguel und sein Camp hinter uns zu lassen, aber freuten uns auch auf alle neuen Orte und vor allem auf Panama-Stadt. Hier sollte unser nächster Halt sein.
