Unser Tag als Tagesprojektleitung

Datum: 09.01.2026

Alle sitzen gemütlich auf dem Sofa im Hostel und unterhalten sich, während die TPL die Planung für den nächsten Tag beginnt. Die TPL ist die Tagesprojektleitung. Sie besteht aus zwei bis drei Schüler/-innen, die den ganzen Tag organisieren.

Gestern waren wir das (Theresa und Lotte). Etwas eingeschüchtert durch die vorherigen TPLs, die ihren Job so gut erfüllt hatten, und überfordert von der Menge an Aufgaben, bereiteten wir am Abend den nächsten Tag vor. Wir mussten die Hinfahrt zum Panamakanal, den Aufenthalt im Besucherzentrum und die darauffolgende Freizeit in Kleingruppen organisieren. An diesem Abend wirkte die Aufgabe noch wie ein riesiger Berg an Arbeit, der nicht zu bewältigen war.

Am nächsten Morgen hieß es: früh aufstehen und alle zum Frühstück wecken. Bei unserer ersten Ansage als Tagesprojektleitung waren wir, aufgrund des uns bevorstehenden Tages und der fehlenden Erfahrung, noch etwas unsicher. Leider lief der Morgen vom Zeitplan her nicht so ganz, wie wir es uns vorgestellt hatten, was den Stresspegel deutlich erhöhte. Als wir dann endlich fertig zum Losfahren waren, zählten wir anhand der Tassennummern noch einmal durch. Gesammelt ging es dann zur nächsten Metrostation „Via Argentina“, wo wir unsere Metrokarten aufladen mussten. Wegen fehlender Spanischkenntnisse standen wir eine Weile etwas ratlos vor einem Bankautomaten, bis Julia uns netterweise half. Mit den aufgeladenen Karten ging es zum Gleis, wo schnell eine Metro in Richtung „Albrook“ kam. In Albrook, dem zentralen Busbahnhof, navigierten wir die KUSis durch die großen Bahnhofshallen bis zur Busstation. Glücklicherweise kam sehr schnell ein Bus zu den „Mira Flores Schleusen“, den wir fast zum Platzen brachten.

Als wir beim Besucherzentrum ankamen, waren wir eine halbe Stunde zu früh da, was unseren Zeitplan etwas entspannte. Dass die Hinfahrt so gut verlaufen war, gab uns Selbstvertrauen und Zuversicht für den Tag. Dadurch, dass der Eintritt für das Besucherzentrum sehr teuer war, hatten wir viel Geld bei uns, was sich etwas ungewohnt anfühlte. Die Mitarbeiter/-innen waren freundlich und hilfsbereit, sodass wir ohne Umstände eintreten konnten. Leider war zu diesem Zeitpunkt kein Schiff in der Schleuse. Mit dem Panamakanal im Rücken erklärte uns Leo in seinem Referat die Entstehung und Entwicklung des Kanals. Mit diesem Wissen im Hinterkopf setzten wir uns in das gigantische 3D-Kino, um den Film des Besucherzentrums zum Panamakanal anzusehen. Da der Film für uns eine sehr verzerrte Darstellung der Geschichte zeigte, die von Propaganda belastet war, machten wir darauffolgend eine Nachbesprechung.

Anschließend hatten wir wieder mehr zu tun. Das Einkaufsteam, die Backschaft und die Kleingruppen zu organisieren war viel auf einmal. Dazu gehörten die Aufgaben, die Metrokarten, die Begleitpersonen und das Geld einzuteilen und die Treffpunkte festzulegen. Auf der gemeinsamen Rückfahrt bis nach Albrook besprachen wir das Abendessen mit Anna und Paula, unseren ehemaligen Proviantmeisterinnen. Beim Busbahnhof trennten sich die Gruppen und die Personen mit Freizeit gingen in die riesige angrenzende Mall. Den Nachmittag verbrachten wir alle unterschiedlich.

Die Rückfahrt der einzelnen Gruppen verlief reibungslos und als alle wieder im Hostel waren, war das Abendessen schon fast fertig. Danach machten wir noch die Abrechnung für den Tag, um einen Überblick über unsere Ausgaben zu bekommen. Wir setzen uns mit Corinna und Julia für die Nachbesprechung des Tages zusammen. Uns ist aufgefallen, dass es am Ende deutlich einfacher war als gedacht.

Wir hatten heute viel Spaß und haben eine Menge gelernt. Gerade deshalb sind wir jetzt sehr müde und gehen schnell ins Bett. Morgen ist ein weiterer Tag und die nächste TPL hat auch schon einen Plan.