Gastfamilien in Boquete
Datum: 11.01.2026 – 17.01.2026
„Oh, wie schön ist Panama!“ Ob das auch vom Gastfamilienaufenthalt in Boquete, einer kleinen Stadt in der Mitte von Panama, im Tal vom inaktiven Vulkan Barú, behauptet werden kann?
Momentan leben wir für sechs Monate auf einem Segelschiff, trotzdem können wir uns noch an die Zeit zu Hause in Deutschland erinnern. Doch was genau heißt „zu Hause“ eigentlich? Für uns ist es ein Ort, an dem man sich sicher, wohl und immer willkommen fühlt. So ist es nicht nur zu Hause, sondern auch bei den Gastfamilien in Boquete gewesen.
Vielleicht ist es trotzdem erwähnenswert, dass zu Beginn einige von uns Schülerinnen und Schülern nervös bezüglich des Aufenthaltes waren, weil es für viele von uns das erste Mal war, dass wir in einer Familie lebten, deren Sprache wir nicht gut beherrschten. Doch diese Sorgen waren schnell, durch den herzlichen Empfang unserer Gasteltern, verflogen.
Während des wunderschönen Aufenthaltes haben wir das panamaische Leben hautnah miterleben dürfen, was unglaublich bereichernd war. Wir haben Einblicke in viele Bereiche bekommen. So lernten wir vieles über ihre Traditionen, ihre Spezialitäten, ihre Kultur, ihre Freizeitaktivitäten oder ihre Feste.
Damit ihr einen kleinen Einblick in unser alltägliches Leben bekommen könnt, starten wir mit dem generellen Tagesablauf. Täglich lohnte sich ein frühes Aufstehen für ein leckeres Frühstück. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Sprachschule, so gut wie immer mit dem Taxi. In Panama ist es üblich, das Taxi für nahezu jeden Weg zu nehmen, einfach, weil es bequem, unkompliziert und günstig ist. So kostet hier eine Fahrt nur einen Dollar pro Person. Pünktlich um acht Uhr begann jeden Morgen der Spanischunterricht und dieser endete um zwölf Uhr mittags. An insgesamt vier Tagen verbesserten wir dort unser Spanisch in Kleingruppen, um uns die Kommunikation mit der panamaischen Bevölkerung zu erleichtern. Dank der täglichen Unterrichtseinheiten fiel es uns bald schon viel leichter, Spanisch zu verstehen, Sätze zu bilden und zu sprechen. An unseren freien Nachmittagen konnten wir das dann auch gleich anwenden: bei einer Kaffeetour auf einer Finca, bei Café-Besuchen oder beim Shoppen und Spazieren in Boquete. Der Spanischunterricht auf der Thor hat uns besonders auf das Handeln vorbereitet: Auf einem Kunsthandwerksmarkt verkauften Indigene selbstgemachten Schmuck, Kleidung, bunte Hängematten und Holzschnitzereien. Den Nachmittag ließen wir mit einer Taxifahrt zurück zu unserer Gastfamilie ausklingen. Als wir dort um kurz nach 18:00 Uhr ankamen, durften manche von uns bei der Abendessensvorbereitung helfen. Andere hingegen unterhielten sich mit den KUSis, die in derselben Gastfamilie waren. Nach dem Abendessen wurden mit den Gastfamilien Filme geschaut, Spiele gespielt oder auf Spanisch mit den Gasteltern geredet. Obwohl es fast immer sehr interessante Gespräche waren, hatten wir teilweise Schwierigkeiten, alles zu verstehen, da die Gesprächsthemen für Anfänger eher schwierig waren.
Der Tagesablauf war jeden Tag ähnlich, aber das Essen war immer wieder etwas Besonderes. Zum Frühstück gab es immer etwas mit Ei (hartgekochtes Ei, Pancakes, Rührei, Omelette, Spiegelei). Mittags haben uns die Gastfamilien immer ein Lunchpaket gepackt. Einige bekamen das typische panamaische Essen „arroz con frijoles“ (Reis mit Bohnen). Andere bekamen belegte Toasts bzw. Sandwiches mit Käse, Schinken, Salat, Gurke oder Tomate. Bei vielen von uns war es üblich, einen Saft mit zu bekommen sowie Snacks. Auch am Abend durften wir panamaische Köstlichkeiten zu uns nehmen. Dabei fielen uns der Reis und die Salate besonders auf, da es diese abends zu nahezu jedem Essen gab. Teilweise war die Verständigung zwischen Vegetariern und ihren Gasteltern etwas schwierig, da die vegetarische Küche in Panama nicht verbreitet ist und zwischendurch dann doch mal Hühnchen am Abend auf dem Teller lag. Auch bei den Getränken waren Unterschiede zwischen Deutschland und Panama zu bemerken, denn zu trinken gab es bei jeder Mahlzeit Getränke mit sehr hohem Zuckergehalt.
Nach einer Woche waren Kommunikationsschwierigkeiten kaum noch ein Problem, da wir unsere Spanischkenntnisse deutlich verbesserten.
Es ist erstaunlich, was in einer Woche gelernt werden kann und wie schnell die Zeit vergeht. Schon hieß es Abschied nehmen und „Auf Wiedersehen!“ sagen (diesmal nicht zu unseren eigenen Familien, sondern zu unseren Gastfamilien). Danke, dass wir so willkommen geheißen wurden.
Rückblickend können wir behaupten, dass unsere Wahrnehmung Panamas während des Gastfamilienaufenthaltes so schön war wie im Buch „Oh, wie schön ist Panama!“.
