Der Probetörn 2026 – ein unvergessliches Erlebnis

von Svenja

Aufgeregt und voller Vorfreude ging es am Sonntagmorgen, den 24.05.2026, für manche von uns schon am München Hbf mit dem ICE um 6:45 Uhr los. An jedem Zwischenstopp stiegen mehr und mehr Personen ein, weshalb wir uns kennenlernen wollten und viele Gruppenspiele wie Uno und Wizzard spielten, bis der Schaffner sichtlich genervt von uns war, weil wir den Gang blockierten.

Schließlich kamen wir in Kiel nach einer sehr lustigen Zugfahrt an, wo uns dann ein Reisebus zu dem wunderschönen Camp an der Schlei brachte, in dem wir uns sofort wohlfühlten. 

Nach der langen Anreise fielen wir ins Bett und starteten gleich am nächsten Morgen um sechs Uhr zu einer Runde Run & Dip, bei der wir nach einer 20-minütigen Joggingrunde in die eiskalte Schlei sprangen. Spätestens da waren wir wach. Danach erhielten wir am Vormittag viele Informationen zu KUS von Ruth. Gespannt fieberten wir der anstehenden Aufteilung in die Kuttergruppen entgegen, mit wem wir die nächsten Tage verbringen würden. Dabei wurden fünf Zehnergruppen gebildet.

Wir, die Gruppe 5 „Störtebecker“, benannt nach ihrem Kutter, setzten uns zusammen, tauschten nochmal Namen und Interessen aus, bevor wir die Vorbereitungen für die nächsten Tage starteten. Was wollen wir essen? Und vor allem wie viel? Anfangs hieß es noch: wir brauchen unbedingt 8 kg Haferflocken. Doch daraufhin entwarfen wir einen guten Essensplan, der am Ende sogar perfekt aufging.

Am darauffolgenden Tag stand ich mit vier anderen (jeweils einer pro Gruppe) ein wenig überfordert im Supermarkt, um für zwölf Personen für drei Tage einzukaufen, und wir fragten uns, wo sich denn jetzt italienische Kräuter befinden oder ob Zimt & Zucker einzeln gekauft werden muss. Bangend am Kassenband, ob das Budget reicht, stellten wir erleichtert fest, dass zusätzliche Snacks noch entspannt reinpassten.

Zurück am Camp beluden wir unseren Kutter und segelten sehr motiviert und gut gelaunt los. Nach vielen Wenden und Halsen wurden wir immer sicherer und bekamen gleich durch einen kräftigen Windstoß das Manöver „Kappi über Board“, welches wir erfolgreich meisterten. Insgesamt hatten wir eine sehr schöne und lustige Zeit auf dem Wasser. In Sieseby legten wir einen Toilettenstopp ein und halfen der anderen Gruppe beim Anlegen, weil deren Kutter gestrandet war. Doch zügig brachen wir nach einer Stärkung durch Kekse wieder auf, um nicht die Brücke zu verpassen, die sich nur stündlich öffnete. Nach vielen Wenden kamen wir endlich erschöpft aber glücklich bei Sonnenuntergang am Hafen von Fleckeby an. Rasch wurde Essen gekocht, Zelte aufgebaut und die Nachtwachen eingeteilt, um unseren Kutter zu bewachen.

Huuuh…Klong…Klong…Huuh…. Nach einer sehr kalten Nacht erwachten wir am nächsten Morgen durch den starken Wind, während er durch die Masten der anderen Segelboote pfiff. Ein leckeres Porridge später und alles zusammengepackt, wollten wir aufbrechen, doch stellten daraufhin erschrocken fest, dass unser Skipper aus gesundheitlichen Gründen ausfiel. Also hatten unsere Betreuer schnell einen Notfallplan: wir segeln stattdessen mit zwei Betreuern zurück nach zum Hauptcamp und wandern anschließend.

Pitschnass kamen wir daraufhin in Sundsacker an, weil wir mit den anderen Kuttern eine große Wasserschlacht veranstaltet hatten. Unser Gepäck in Rucksäcken verstaut, wanderten wir super gelaunt nach Winnemark. Es war unglaublich schön, wie schnell wir in unserer Gruppe zusammengewachsen sind, sodass sehr tolle Gespräche entstanden und so das Wandern doppelt so viel Spaß machte. In Winnemark angekommen kochten wir ein tolles Abendessen, planten unseren kulturellen Beitrag für den bunten Abend und ließen den Abend gemeinsam ausklingen.

Am Donnerstag frühstückten wir Grießbrei und gerieten ein bisschen in Stress, weil die Gruppe, mit der wir zusammenliefen, schon komplett bereit war und zurückwandern wollte, während wir gerade mit dem Frühstück fertig waren und noch Zelte abbauen, abwaschen und alles in unsere Rucksäcke verstauen mussten. Aber selbst diese Herausforderung lösten wir gemeinsam und starteten unsere Wanderung „nach Hause“.

Im Camp angekommen startete eine große Aufräum- und Putzaktion, die Kutter und Zelte zu putzen und unsere Kleidertonnen und Proviantsäcke zu sortieren.

Nachmittags startete ein nächstes Highlight: wir bekamen die Aufgabe, als Gruppe ein Floß zu bauen, welches die Störtebeckers „Schnittchen“ tauften und mit einer beeindruckenden Rede von Julia den anderen vorstellten. Danach startete der Wettkampf auf dem Wasser, bei dem wir gegen die anderen antraten und sehr viel Spaß hatten. Also waren wir eh schon nass und gingen daraufhin baden.

Der Freitagmorgen startete mit einem Run & Dip und so schmeckte das Frühstück gleich viel besser. Vormittags erhielten wir nochmal viele Informationen zur Reise von Ruth und Corinna. Während nachmittags die Einzelinterviews stattfanden, probierten wir Ölzeug und die KUS-Klamotten an.

Die Vorfreude auf den bunten Abend war groß. Jede Gruppe hatte einen kulturellen Beitrag geplant, welche wir mit viel Gelächter beim Grillen uns gegenseitig vorführten. Von umgetexteten Songs bis zu einem Improvisationstheater war alles dabei.

Nach dem bunten Abend genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang am Steg, während wir uns in den Armen lagen und „Riptide“ sangen. Es war ein sehr emotionaler Abend und uns wurde klar, wie eng wir in wenigen Tagen zusammengewachsen sind.So standen wir uns viel zu schnell dem Abschied am Abreisetag bevor, der sich anfühlte, als ob wir uns schon ewig kennen würden.

Zusammenfassend war es eine unglaublich tolle Zeit, die geprägt war von sehr viel Erleben, Spaß und Gemeinschaft.