Soziale Schere in Panama-Stadt
Datum: 10.01.2026
Panama-Stadt ist eine Stadt, in der man sofort extreme Gegensätze sieht, und genau das wurde während unseres Aufenthaltes dort sehr deutlich. Schon auf dem Weg zum Panamakanal fuhren wir mit der Metro und dem Bus durch verschiedene Stadtteile. Manche Straßen wirkten eher arm, mit einfachen Häusern und kleinen Geschäften. Wenig später tauchten moderne Häuser, große Supermärkte und eine riesige Einkaufshalle auf. Dieser starke Wechsel zwischen armen und reichen Wohngegenden innerhalb weniger Minuten prägte uns sehr.
Beim Panamakanal angekommen, bekamen wir zuerst einen Überblick über das Gelände und hörten das Referat von Leo, der uns alles über den Kanal erklärte. Dabei wurde aber auch deutlich, dass der Kanal insbesondere der Oberschicht und den internationalen Handelskonzernen nutzt, während viele Menschen in Panama selbst wenig davon haben. Der Film, den wir uns anschließend ansahen, stellte den Panamakanal ausschließlich positiv dar und berichtete nur über den Erfolg, Fortschritt und die weltwirtschaftliche Bedeutung. Kritik oder Probleme (z.B. soziale Ungleichheit oder Umweltfolgen) wurden nicht erwähnt, was das Ganze etwas einseitig wirken ließ.
Nach dem Besuch des Kanals ging es weiter zur großen Einkaufshalle. Dort sah alles sehr modern aus. Riesige Geschäfte, bekannte Marken und viele Restaurants waren dort. Es wirkte fast wie eine andere Welt im Vergleich zu den ärmeren Vierteln, durch die wir gefahren sind. Dieser Kontrast zeigte noch einmal deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb der Stadt sind.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir gingen durch Gegenden, die eher einfach wirkten. Sie waren geprägt von älteren Gebäuden und weniger gepflegten Straßen. Nur ein paar Minuten später standen wir plötzlich wieder vor beeindruckenden Häusern, die sehr wohlhabend und touristisch aussahen. Der direkte Wechsel machte uns bewusst, wie nah Armut und Reichtum in Panama-Stadt nebeneinander liegen. Dies ist ungewohnt und zeigt, wie ungleich die Entwicklung in der Stadt verläuft. Die Schere zwischen Arm und Reich ist extrem sichtbar und gehört eindeutig zum Stadtbild.
In der Altstadt bekamen wir eine Stadtführung von unserer Tagesprojektleitung (Ruth und Johannes L.) und erfuhren etwas über die Geschichte der Stadt. Auch hier sah man die Unterschiede: Einige Häuser waren frisch renoviert, andere Gebäude dagegen standen leer oder waren stark verfallen.
Nach der Stadtführung hatten wir Freizeit, gingen durch verschiedene Läden und kauften ein. Auch dabei wechselten wir ständig zwischen wohlhabenden und eher armen Straßenzügen. Später fuhren wir zurück in das Hotel, in dem wir miteinander über die gesammelten Eindrücke sprachen.
Insgesamt hat unser Aufenthalt in Panama-Stadt klar gezeigt, wie stark die finanziellen Unterschiede in dieser Stadt sind. Auf der einen Seite stehen Luxus, moderne Technik und internationale Unternehmen, die vom Panamakanal profitieren. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die in einfachen Vierteln leben und die wirtschaftlichen Vorteile kaum zu spüren bekommen. Der Eindruck, dass die Stadt voller Gegensätze ist und die Schere zwischen Arm und Reich besonders groß ist, entstand nicht nur durch Erzählungen, wir konnten es jeden Tag selbst sehen und spüren.
