No entiendo

Datum: 17.01.2006

„Hola, que tal? Como te llamas? Muy bien!“ Völlig überfordert von der Situation stammeln wir mit unseren eher mäßigen Spanischkenntnissen irgendwelche Antworten auf die vielen Fragen, die auf uns einprasseln. Nachdem wir unsere Gastfamilien nach einem überraschenden Spanischtest in der Turnhalle der Sprachschule kennengelernt haben, fahren wir direkt mit ihnen nach Hause.

Zuhause angekommen, essen wir super lecker zu Abend und Paula und ich (Rudi) bekommen das Haus gezeigt. Gerade will ich mit Paula in ein Zimmer laufen, als mir gesagt wird, dass ich doch in das Zimmer nebenan einziehen soll. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass wir beide ein eigenes Zimmer haben würden. Im Vergleich zu der doch sehr kleinen Koje auf der Thor war das ungewohnt viel Platz für sich allein. Trotz der beiden Zimmer saßen wir abends oft zusammen in Paulas Zimmer und haben sehr schöne Gespräche geführt.
Die Tage laufen insgesamt sehr ähnlich ab: Wir frühstücken ausgiebig, gehen zur Sprachschule, haben Freizeit oder Programm und bekommen zu Hause ein sehr abwechslungsreiches, panamaisches Abendessen.

„Buenos dias y feliz cumpleanos Dominik!“ Der Morgen ist heute etwas anders, denn unser kleiner, frecher, aber super süßer, Gastbruder feiert seinen zweiten Geburtstag. Der Tag vergeht dann doch sehr schnell, bis wir abends mit unserer Gastfamilie auf den lokalen Blumenmarkt, die sogenannte „Feria“, in der Stadt gehen. Dort tanzen wir bis um Mitternacht, und ich realisiere mal wieder, wie toll es ist, dass wir so schöne Momente erleben können. An solche Erlebnisse werde ich auch nach der Reise oft zurückdenken.

Genau solche Momente durfte ich (Felix) auch erleben – zum Beispiel das gemeinsame Baseballschauen. Obwohl ich keine Ahnung von dem Sport habe, ertappe ich mich gegen Ende dabei, wie ich ernsthaft mitfiebere. Genau wie Rudi bin ich ein wenig überrascht, dass ich ein eigenes Zimmer bekomme. Während des Abendessens versucht uns unser Gastbruder, ein paar neue Worte beizubringen.

Generell merke ich, dass die Unterrichtsstunden auf der Thor nicht ausgereicht haben, um einen auf den Aufenthalt in einer Gastfamilie vorzubereiten. So ist es recht oft der Fall, dass ich nicht richtig verstehe, was mir unsere Familie sagen will, und ich einfach mit „Sí!“ antworte. Das führt meistens zu lustigen Situationen, zum Beispiel als meine Gastmutter mir versucht zu erklären, dass sie abspült, während ich ihr gerade sagen wollte, dass ich das übernehmen möchte. Nach einer kurzen Verwirrung auf beiden Seiten kann ich mich allerdings durchsetzen.

Uns beiden fällt auf jeden Fall sehr positiv auf, wie herzlich uns unsere Gastfamilie aufnimmt. Wir haben immer das Gefühl, wie ein eigener kleiner Teil der Familie behandelt zu werden, zum Beispiel als beide Familien extra um 3:00 Uhr aufstehen, um uns auf unsere Barú-Besteigung vorzubereiten, oder als wir einmal in die Schule gefahren werden, statt ein Taxi nehmen zu müssen, weil wir morgens etwas zu lange brauchen. Durch solche Momente und auch durch die lustigen Situationen, die wegen der Sprachbarriere auftreten, werden wir den wunderschönen Aufenthalt in unseren Gastfamilien noch lange in Erinnerung behalten.