Spanischlernen in Boquete

Datum: 11.01.2026-17.01.2026

Als wir in Boquete ankamen, lernten wir vorerst nur einfache Sätze, wobei wir jetzt in der zweiten Hälfte der Woche schon komplexe Zeitformen und Satzzusammenhänge erlernen. So lernen wir sowohl die Zukunftsformen und eine der vielen Vergangenheitsformen kennen.
Eine kleine Hürde beim Spanischunterricht ist das ständige Übersetzen von Spanisch auf Englisch und dann weiter von Englisch auf Deutsch. So verbessern wir nicht nur unsere Spanisch- sondern auch unsere Englischkenntnisse. Wir glauben, dass viele (wie wir selbst) vergessen haben, wie es ist, wieder um 8:00 Uhr in der Schule zu sitzen, eine Pause auf dem Schulflur zu verbringen und sich ein Pausenbrot mitbringen zu müssen. Wir alle genießen dabei, wie engagiert und herzlich die Lehrkräfte der Sprachschule sind, wodurch wir im Unterricht viel lernen und unglaublich viel Spaß haben.

Das Schöne ist, dass wir das Erlernte gleich anwenden können oder sogar müssen, da wir ja in Gastfamilien untergebracht sind. So gilt es zum Beispiel zu klären, wann es Frühstück gibt, wann man am besten den Bus nimmt oder wie man wieder zurückkommt. Wir merken von Tag zu Tag, wie wir uns sicherer fühlen, Spanisch zu sprechen. So drehen sich die Gespräche nicht mehr nur darum, ob es einem „bien“ oder „mal“ geht, sondern nun geht es um die eigene Familie, das Leben an Bord und den Lieblingssport. Durch die sehr schönen und lustigen Unterhaltungen, welche teilweise auch durch unser bruchstückhaftes Spanisch entstehen, ist bereits innerhalb weniger Tage eine freundschaftliche Verbindung zu den Gastfamilien entstanden.

Beim Stadtleben in Boquete (z. B. beim Bezahlen eines Taxis, beim Fragen nach dem Weg oder dem Verhandeln auf dem Markt) sind unsere sprachlichen Künste auch gefragt. Überall stellt man fest, was man bereits kann oder was noch im Vokabular fehlt, welches dann mangels sprachlicher Kompetenzen durch starke Armbewegungen zum Ausdruck gebracht werden muss. So lernen wir einerseits, sehr schnell Spanisch zu sprechen, andererseits aber auch, offen auf Menschen zuzugehen und darauf zu vertrauen, trotz sprachlicher Hürden, irgendwie ein Gespräch zustande zu bringen. Bei diesen Gesprächen tauchen wir immer wieder in die panamaische Kultur ein und lernen spezifisch auch die einzelnen Personen, ihre Geschichten, Probleme und Wünsche kennen. Gerade jetzt, wenn wir besser in Spanisch sind, bringen diese Gespräche deutlich mehr Spaß und einen tieferen Sinn.

Insgesamt ist das Erlernen einer Sprache, von der man die ganze Zeit umgeben ist, deutlich einfacher, schöner und motivierender, da wir das Erlernte gleich anwenden, verbessern und gebrauchen können. Diese Art von praktischem Lernen wünschen wir uns in fast allen Bereichen, weil wir so viel besser den Sinn des Lernens verstehen. Das ist eines der vielen Dinge, die diese KUS-Reise so besonders und lehrreich machen.