Januar, Februar, März, April, die Jahresuhr steht niemals still
Datum: 25.02.2026
Mittagsposition: St. George´s, Bermuda
Wetter: Lufttemperatur: 14 °C, Wassertemperatur: 17 °C, Windrichtung und Stärke: WSW 1
Frühling, Sommer, Herbst und Winter – schon in vielen Kinderliedern und Geschichten werden sie beschrieben: die vier Jahreszeiten. Der Frühling mit seinen Übergangsjacken-Temperaturen, den ersten Blumen und wechselhaftem Wetter. Der Sommer mit seinem Freibad-Flair, schwülen Tagen und ganz viel Eis am Stiel. Der Herbst, in dem alle Blätter bunt werden, es ganze Tage durchgehend regnet und man sich am liebsten drinnen aufhält. Und natürlich der Winter, mit verschneiten Wiesen, gemütlichen Kaminfeuern und der Weihnachtszeit.
In dieses Schema kann man die letzten 100 Jahre in Deutschland einteilen, zwar mit kleinen Abweichungen und Unterschieden, aber trotzdem recht eindeutig. Und so hat es sich auch durch unser aller Leben vor der Reise durchgezogen, klar und deutlich, wie ein roter Faden.
Die ersten Wochen auf der Thor waren da auch keine sonderlich große Ausnahme, bis es gegen Ende der ersten Etappe immer wärmer und wärmer wurde. Bis hin zum kurze Hosen- und T-Shirt-Wetter. Bei diesem blieb es dann auch. Von Teneriffa nach Dominica und bis Kuba hin ist die Temperatur kaum eine Nacht unter 18 °C gefallen. Die anfangs für uns ungewohnten sommerlichen Temperaturen von November bis Februar wurden also zur Gewohnheit – zum alltäglichen Begleiter unserer Reise.
Die Tage an sich waren alle unterschiedlich, nur der Rahmen blieb gleich, der Hintergrund des Geschehens:
„Die Sonne scheint, Wellen rauschen und eine nahezu azurblaue Kuppel überspannt das Himmelszelt. Überall kann man Leute in kurzer Kleidung beobachten, die entspannt dem Bordalltag nachgehen. Aus dem Pool ertönt freudiges Lachen und einige Freiwachler liegen in ihren Hängematten und lesen.“ Diese Beschreibung trifft auf so ungefähr jeden Tag der letzten drei Monate hier auf der Thor zu.
Naja, zumindest bis zu unserer Ankunft auf Kuba. In Pinar del Río und im Vinales Tal wurden dann unser Schlafsack und ein dicker Pulli zu unseren besten Freunden. Abends waren es inzwischen unter 18 °C und auch fürs Fahrradfahren wurden lange Hosen ausgepackt. Als wir in Havanna dann aber wieder mit strahlendem Sonnenschein empfangen worden waren, wurden die Hoffnungen auf eine weitere Schön-Wetter-Etappe doch nochmal geweckt.
Aber so sollte es nicht kommen. Kaum war die Schiffsübergabe beendet, schlug das Wetter um und ein kalter Südwestwind pfiff uns um die Köpfe. Dabei hat sich das ganze Leben auf der Thor wieder unter Deck verlegt.
In der Messe kann man nun morgens auf Steuerbord Oma-Bestellungen (Obstsalat mit allem) und Geschirrklappern vernehmen, während sich gleichzeitig auf Backbord eine Unterrichtsgruppe an Gedichtanalysen versucht. Aus der Last ertönen Arbeitsgeräusche und die Bibliothek wird wieder zum Versammlungsort, an dem viel gelesen, gezeichnet und geschlafen wird. Aber auch die lustigsten Gespräche entstehen dort zwischen Bücherregalen und Kissen. Mittags ertönt dann wieder ein lautes Stimmengewirr aus der Messe und nachmittags entstehen emotionale Spielerunden. Abends kommt durch das Abendessen, natürlich auch mittschiffs, nochmals viel Unruhe ins Schiff, die sich dann langsam bis in den späten Abend hinein ausdünnt.
Inzwischen wird sich aber auch wieder gerne in den Kammern aufgehalten. Abends trifft man sich, es wird Musik gehört, gelesen und gequatscht. Generell wird sich, soweit möglich, unter Deck aufgehalten und wieder viel eingekuschelt. Es ist also ein riesiger Gegensatz zu den letzten Etappen, wo so viel wie möglich draußen stattfand.
Aber gleichzeitig verdeutlicht jeder weitere kalte Tag und jede neue Tiefsttemperatur das Voranschreiten der Reise. Die Temperaturen nähern sich immer weiter denen in Deutschland an, das Wetter wird kühler und es fühlt sich wieder viel mehr an wie Winter. Und so schließt sich der Kreis irgendwann wieder, auch wenn wir hier auf KUS die Reihenfolge total durcheinander gewürfelt haben: Der Winter wurde immerhin mehr oder weniger übersprungen und stattdessen ein spontaner Sommer eingebaut.
KUS-Ticker
Mittwoch, 25.02.2026
- 09:00 Uhr: Geschichtstest
- 12:00 Uhr: Vortrag „Bermuda Triangle“ von Lilly
- 13:00-18:00 Uhr: freier Nachmittag
