An alle Stammis – Danke!!!

Datum: 08.04.2026
Mittagsposition: 50°09,6‘N; 005°03,8’W
Etmal: 0 sm
Wetter: Lufttemperatur: 10 °C, Wassertemperatur: 11 °C, Windrichtung und Stärke: 0

Wir sind an Bord derzeit 48 Personen – 34 Schüler/-innen und 14 Stammpersonen (bzw. Stammis). Wir Schüler /-innen machen über die Hälfte der Besatzung aus, aber die Stammis sind dennoch in vielerlei Hinsicht trotzdem sehr wichtig – natürlich von ihrem nautischen Fachwissen her, aber auch weil sie wichtige Bezugspersonen für einzelne Schüler/-innen sind.

Es startete schon auf der ersten Etappe, auf der die Wachführer /-innen uns im Unterricht etwas beibrachten. Sie brachten uns wichtige Inhalte bei und halfen beim Eingewöhnen an Bord: Was beinhaltet den normalen Wachbetrieb? Was für Gebräuche gibt es auf unserem Traditionssegler? Was müssen wir bei einer Backschaft beachten? Und so weiter…
Auch das gemeinschaftliche Übergeben und gegenseitige Helfen bei Seekrankheit durchbrach viele Barrieren und wir wurden immer mehr von Fremden zu Freunden. Die gemeinschaftlichen Abende und Nächte führten zu den ersten tiefen Gesprächen und Insidern und beim Ankommen auf Teneriffa konnten wir uns eine Mannschaft nennen.

Etappe zwei: 21 Tage lang nur Wasser um uns herum sehen und kein Entrinnen, wenn einem der andere doch mal auf die Nerven geht, denn das Schiff ist halt nur 49,83 m lang.
Ein sehr großes Ereignis war eindeutig die Atlantiktaufe, bei der sowohl die Schüler /-innen als auch die Stammis, die zum ersten Mal den Atlantik überquerten, getauft wurden. Bei einer Anzahl von ca. 40 ungeduldigen und unwissenden Ungetauften dauerte das ganze natürlich eine Weile. Am Ende waren es nur noch Lukas P., Tobi und ich. Ich war doch ein bisschen aufgeregt, aber Tobi lenkte mich durch verrückte Lieder auf der Gitarre ab. Somit war ich dann doch überrascht, als ich dran war (Danke Tobi!).
Am Ende der Etappe fand die erste Schiffsübergabe statt und wir durften unser Wissen und Können zeigen. Der Stamm schaute uns über die Schulter und passte darauf auf, dass wir unsere geliebte Badewanne namens Thor Heyerdahl nicht in einen Eisberg reinfahren. Erfolgreich angekommen, fielen sich bei einem lustigen Tanzabend alle in die Arme. Stolz, wie weit man es zusammen schaffte. Das alles wäre ohne den Stamm nie möglich gewesen …

Etappe drei und es lagen Weihnachten, Silvester und viele Landaufenthalte vor uns. Somit wurde für eine weihnachtliche Stimmung ein Weihnachtsmarkt von Carlotta, Hannah und Marie ins Leben gerufen. Es war ein wahrhaft magischer Abend, der ohne die drei gar nicht existiert hätte (Danke, Danke, Danke!). Auch für Heiligabend und Silvester wurde viel gekocht und mit einem Liter Süßwasser geduscht (Danke Lukas R. und Christoph, dafür dass es mittlerweile wieder mehr Liter sind!). Die Abende waren mit tollem Programm gestaltet und trotzdem hatte der ein oder andere Heimweh oder war vielleicht etwas melancholisch. Dann hatte man zum Glück immer Schülis oder/und Stammis um einen herum, die einen trösten konnten.

Weiter ging es mit dem Landaufenthalt in Panama, wo wir Schülis mit Athos, Julia und Corinna durch den Regenwald, weiter nach Panama City, rauf auf den Barú und zum Abschluss noch zu den Naso-Indigenen gereist sind. Bei Sonnenschein und Regen haben wir alle dieses Land kennengelernt und haben uns z. B. beim Aufstieg auf den Barú geholfen, beim Fußballspiel gegen die Naso zusammen als zwei Mannschaften (Mädchen & Jungs) gespielt und daraus eine riesige Schlammschlacht gemacht (Danke euch für die schöne, erlebnisreiche, matschige und chaotische Zeit!).

Nach einer kurzen Seeetappe ging es dann auch schon weiter nach Kuba, wo wir Schülis ein weiteres Mal von der Thor Abschied nahmen und mit Marie, Falk und Corinna die Straßen mit unseren Fahrrädern unsicher machten. Es war egal, ob Tag oder Nacht, bergauf oder bergab – wir sind als ein Team zusammen gefahren und haben dabei leider auch jedes Schlagloch mitgenommen (Danke für die unvergessliche Zeit!).
Mittlerweile ist von der Reise mehr als die Hälfte erreicht und aus Freunden ist eine Familie geworden. Wir necken uns und egal wo man ist, man muss jederzeit mit einer Kitzelattacke rechnen. Trotzdem weiß man, dass immer aufeinander gezählt werden kann, auch wenn man den anderen oft gerne einfach nur über Bord werfen möchte.

Etappe vier und wir erleben die ersten Stürme zusammen und durchqueren das Bermudadreieck. Auf den Azoren erlebten wir mit jeweils zwei Stammpersonen fünf intensive Expeditionstage (Danke Bene und Hannah, dass ihr mit meiner Gruppe „Die zwölf Gordinge“ das alles mitgemacht habt!).

Etappe fünf und alles neigt sich dem Ende zu. Wir genießen die Spieleabende, die Backschaften und die Zeit mit allen. Der Stamm ist zu unseren großen Geschwistern geworden, ohne die diese Reise nicht so einzigartig und schön für uns Schülis wäre, deshalb: DANKE!!!

KUS-Ticker

Mittwoch, 08.04.26

  • 12:00 Uhr: Beginn des Solos