Du da, ans Ruda!

Datum: 17.04.2026
Mittagsposition: Marstrand
Etmal: 0 sm
Wetter: Lufttemperatur: 8 °C, Wassertemperatur: 7,5 °C, Windrichtung und Stärke: umlaufend

Mein persönlicher Rückblick der Schiffsübergabe:
Es ist 12:00 Uhr mittags, als Corinna sich während des Mittagessens vor den Messeniedergang stellt und beginnt, die Positionen der dritten Schiffsübergabe vorzustellen. Nachdem die Positionen verteilt wurden, wird mir von Detlef ein Zettel übergeben und wir, die Schiffsführung, sollen innerhalb von 1,5 Stunden die zahlreichen Aufgaben auf dem Blatt erledigen und vor der gesamten Besatzung vorstellen. Zu unseren Aufgaben zählen einerseits nautische Planungen (wie die Routenplanung und Gezeitenrechnung), aber auch andererseits organisatorische Aufgaben (wie zum Beispiel die Wach- oder Backschaftsplanung zu organisieren).

Die Vorstellung verläuft etwas holprig, jedoch wird uns das Schiff von Detlef und Corinna übergeben und kurze Zeit später legen wir mit tatkräftiger Unterstützung unseres Lotsen Detlef aus Falmouth ab. Als erstes reffen wir das Groß- und Schonersegel, da in den folgenden Tagen Windstärken von bis zu 9 Beaufort in Böen angesagt sind. Mit der Baumfock, dem gerefften Schoner- und Großsegel fahren wir unter Maschinenunterstützung noch sechs Stunden hart am Wind, damit wir uns weit genug von der Küste entfernen und um später den neuen Kurs in Richtung „Dover Strait“ fahren zu können.

Am nächsten Morgen werde ich um 06:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen und darf meine erste Halse auf der Thor anleiten. In der Nacht wurden die Mars und die gereffte Breitfock gesetzt, welche uns jetzt mit fast sieben Knoten durch das Wasser ziehen. Im Laufe des Tages arbeite ich mit den Steuerleuten Lilly und Alander den genaueren Plan für die nächsten Tage aus und präsentiere ihn bei Kaffee und Kuchen der Bordgemeinschaft. Im Anschluss halsen wir ein weiteres Mal und befinden uns jetzt in dem Verkehrstrennungsgebiet vor der „Dover Strait“. Schon jetzt haben wir begonnen, mit dem Gedanken zu spielen, vor einer niederländischen Insel vor Anker zu gehen. Bei unserem täglichen Treffen mit der echten Schiffsführung fragen wir am nächsten Tag Detlef und Corinna, was sie von der Idee halten und arbeiten sie, nachdem wir die Erlaubnis bekommen haben, aus.

In der letzten Nacht durchqueren wir die „Dover Strait“, jedoch ist vorhergesagt, dass der Wind bis morgen Mittag auf Windstärke drei abnehmen soll, weshalb wir probieren, alles aus den derzeitigen sechs Windstärken rauszuholen. Wir setzen die Brahm und entreffen das Großsegel, um möglichst gut gegen die starken Strömungen anzukommen. Kurze Zeit später düsen wir mit 8,5 Knoten durch den Kanal und befinden uns am nächsten Morgen schon in der Nordsee. Jedoch müssen wir leider die Maschine wieder starten, da uns der Wind im Stich gelassen hat und wir schon am nächsten Morgen nahe bei der Insel Terschelling vor Anker gehen wollen. Nachmittags findet unser voraussichtlich letztes Besanschot-an statt, welches wir wegen der Wetterlage auf den Montag verschoben haben. Nach zahlreichen kulturellen Beiträgen schenke ich erst an Neptun, dann an mich und danach an den Rest des Schülistamms ein leckeres Getränk aus. Zusätzlich gibt es noch einen leckeren Kuchen, den es anlässlich des Geburtstags von Clara gibt, den wir heute nachfeiern.

Um etwa 07:00 Uhr stehe ich mit Alander auf dem Achterdeck und fahre mit gedrosselter Drehzahl zu unserem Ankerplatz. Wir stellen Roman unseren Plan vor und dürfen daraufhin selbstständig bei idealen Bedingungen mit Unterstützung unserer Bootsfrau Alma den Anker mit fünf Schäkeln zu Wasser lassen. Nach zwei Stunden erzählen wir Detlef und Corinna allerdings, dass in Helgoland eine Mole gesperrt ist und wir die Hochseeinsel leider nicht anlaufen können.

Also planen wir um, und kommen zu dem Schluss, dass Skagen in Dänemark die beste Alternative ist. Also müssen wir mit einem Signal „K“ den Anker hieven und fahren, unter der Begleitung von der niederländischen Küstenwache, in Richtung Norddänemark. Da es nun doch nicht durch den NOK zurück nach Deutschland geht, setzen wir Vollzeug und nehmen Kurs auf Skagen.