Tigris 2
Datum: 19.04.2026
Mittagsposition: 55°57,1‘N; 012°42,1’E
Etmal: 124 sm
Wetter: Lufttemperatur: 7,5 °C, Wassertemperatur: 8 °C, Windrichtung und Stärke: SE 1
Bei Sonnenaufgang legt die Thor in der Frühe vom 17.04. in Marstrand in Schweden an. Auch wenn das Ende der Reise nah ist, steht uns der kürzeste Landaufenthalt der KUS-Reise bevor. Gerade mal 24 Stunden verbringen wir auf der bzw. den schwedischen Inseln, die uns umgeben. Detlef hatte uns schon am Vortag über unseren Aufenthalt in Schweden informiert und allen von uns war klar, dass keine Zeit zu verschwenden war.
Da noch keine Urlaubssaison in Schweden ist, haben allerdings alle Geschäfte bis auf einen kleinen Schweden-Coop, der allerdings hohe Preise verlangt, geschlossen. So entscheiden wir Jungs uns, nach der Entdeckung der beiden Hauptinseln, dazu, dass wir uns zwei geflickte Angeln schnappen und mit einem der beiden Dinghis, mit Paddeln bewaffnet und Brotzeitboxen, Tigris 2 starten. Wir nehmen uns jeder ein Paddel und rudern volle Kraft voraus in eine Flussschere des IKEA-Landes, in der wir die mitgebrachten Angeln auswerfen. Durch unsere mitgebrachte Musikbox konnte die Laune auf Tigris 2 nicht besser werden. Da unser Fischerglück mit deutschen Songs nicht so gut funktioniert, lassen wir leise ABBA-Lieder aus unserem Lautsprecher schallen, mit der Hoffnung, dass die Fische bei heimischer Musik besser anbeißen. Doch das Lied „SOS“ von eben dieser Band „skippen“ wir, damit die anderen Schiffe nicht denken, dass wir in Seenot sind.
Da wir uns vorgenommen haben, mindestens 50 Fische zu fangen, um sie unserer Crew auf der Thor vorzulegen, legen wir unsere Angeln ständig aus. Allerdings fangen wir dadurch nicht wie erhofft Fische, sondern meterlange Algenteppiche und kiloweise Austern. Unser Traum von Fischzimtschnecken und Algenschöttbullar lässt uns unsere Angeltaktik verändern und wir gehen wie landgeborene Staubatmer an einer größeren Felseninsel mit Bäumen an Land. Dabei fühlen wir uns wie Thor Heyerdahl mit seiner Tigris-Crew, als sie selbst damals an Land gingen.
Doch einer unserer Expeditionsteilnehmer, der wenig Angelerfahrung hat, schafft es daraufhin einen unserer zwei wertvollen und einzigartigen Fischköder in den Tiefen der nordschwedischen Tiefsee zu versenken und somit sinkt unsere Wahrscheinlichkeit, einen bzw. mehrere Fische zu fangen.
Einem anderen Expeditionsteilnehmer ist überdies gelungen, von einer anderen Insel aus, einen kleinen Felsen zu Angeln. Allerdings rieb sich die Angelschnur während dieser Aktion durch und er musste sie reparieren.
Unser „Expeditionsanführer“, der schwedische Wurzeln besitzt und sich äußerst gut in Schweden auskennt, zeigt uns, wie man Austern verspeist und wann die Sonne untergeht, sodass wir noch rechtzeitig an unserem Mutterschiff andocken können, bevor es dunkel wird.
Dies war einer der schönsten Tage, die wir erlebt haben, obwohl wir keine Fische gefangen haben. Im Anschluss an diesen Tag teilte uns unser schwedischer Expeditionsanführer noch mit, dass die Fische heute anscheinend streikten und niemand in Schweden an diesem Tag Fische gefangen hat.
KUS-Ticker
Samstag, 18.04.2026
- 09:00 Uhr: Auslaufen aus „Marstrand“ in Schweden
