Aktivitäten bei den Naso

Datum: 19.01.2026

Ein traditionelles Dorf im Urwald in Panama, an einem reißenden Fluss. Wie lange können sich 34 KUSis dort wohl beschäftigen? Deutlich länger als die drei Tage, die wir bei den Naso-Indigenen verbringen. Es gibt viel auszuprobieren und zu lernen.

Nach der anstrengenden Busfahrt und dem Einzug in unsere Gastfamilien veranstalten wir ein Fußballtraining, um uns für das Spiel in zwei Tagen vorzubereiten. Währenddessen übernehmen sechs von uns die erste Backschaft und können dem Koch-Team des Dorfes bei der Zubereitung von Reis und Fisch unter die Arme greifen.

Am nächsten Tag beginnt unsere erste große Aktivität: der Besuch eines anderen Naso-Dorfes. Um dorthin zu gelangen, fahren wir mit mehreren Einbäumen den Fluss hoch. Auch wenn die ca. fünf Meter langen Boote mit Motoren ausgestattet sind, ist die Fahrt doch anstrengend und abenteuerlich. Es gibt viele seichte Stellen, bei denen wir aussteigen müssen, Stromstellen, bei denen der zweite Bootsfahrer mit einem langen Bambusstab mit anschieben muss und es gibt Äste, denen wir ausweichen müssen. Dass all das sehr schwer zu koordinieren ist, zeigt sich, als das erste Boot abtreibt und über ein paar Steine rumpelt. Zum Glück sind Einbäume aber sehr solide gebaut, sodass nichts passiert.

Nach dem Anlanden an einer geschützten Stelle und einem fünfminütigen Fußmarsch sind wir in dem Dorf angekommen. Dort gibt es zum Mittagessen sehr leckeren, gebratenen Reis verpackt in Bananenblättern (den traditionellen Tupperdosen). Nach dem leckeren Essen besichtigen wir ihre Kakao-Finca. Dort dürfen wir sogar frische Kakaobohnen probieren, die uns sehr gut schmecken. Im Anschluss erfahren wir die einzelnen Schritte der Kakaoherstellung (von der Pflanze bis zum fertigen Kakao). Außerdem zeigen uns die Naso, wie Reis gestampft wird und wie die Kalabassen, die traditionellen Teller, gefertigt werden. Wir finden es sehr faszinierend und interessant, wie die Naso mit so einfachen Hilfsmitteln all die tollen Dinge herstellen können, die sie uns gezeigt haben.

Der Rückweg vergeht im Vergleich zum Hinweg deutlich kürzer, da wir diesmal die Strömung auf unserer Seite haben. Wieder bei unserem Dorf angekommen, sind wir alle zwar sehr geschafft, aber trainieren dennoch für das Fußballspiel „Panama gegen Deutschland“, das am nächsten Tag stattfinden soll.

Der Match-Day beginnt früh, denn wir haben noch eine Wanderung geplant. Nach einem 15-minütigen Spaziergang entlang der Straße überqueren wir den Fluss mit einem Einbaum. Dort, auf der anderen Seite, finden wir uns in einem ehemaligen Militärlager (jetzt ein Überlebenscamp) wieder, wo wir, nach einem Moment zum Umschauen, in zwei Gruppen eingeteilt werden, die jeweils eigene Routen durch den Urwald gehen. Während der gesamten Wanderung sehen wir alle viele verschiedene Tiere wie Ameisen, eine Schlange, zwei Faultiere und Pfeilgiftfrösche, über die uns Solveig in ihrem Vortrag informiert. Auf dem Rückweg müssen wir wieder den Fluss durchqueren und ruhen uns nochmal kurz aus, bevor das Fußballspiel beginnt.

Erst spielen die Mädchen und dann die Jungen. Der Platz ist mittlerweile vom Regen so durchnässt, dass alle schnell von Schlamm überdeckt sind. Es haben alle sehr viel Spaß, sowohl auf dem Platz als auch daneben beim Anfeuern. Kurz vor Ende schießen beide Teams der KUSis noch den Ausgleich und es endet mit einem Elfmeterschießen, bei dem die Mädchen gewinnen und die Jungen Zweiter werden.

Am Abend findet die große Abschiedsfeier statt. Es werden die Gastgeschenke übergeben, Musikstücke vom Musikprojekt präsentiert, Naso-Tänze getanzt und mit einem traditionellen Maisgetränk angestoßen.
So endet der letzte Abend bei den Naso, bevor wir am nächsten Morgen zur Thor aufbrechen. Wir wären alle auch gerne länger geblieben, aber dennoch freuen wir uns auch sehr, zurück zur Thor zu kommen.