Die Hauptstadt Kubas – unsere Eindrücke

Einst prächtige, jetzt heruntergekommene Gebäude. Auf der Straße – eine Mischung aus Oldtimern und Kutschen. Straßenmusik an jeder Ecke. Enge Gassen, viele Straßenkünstler und bunte Farben. Den letzten Stopp unserer Reise durch Kuba haben wir in Havanna gemacht. Eine Stadt, so vielseitig wie kaum eine andere.
Unter anderem waren wir in der Altstadt, aber auch in anderen Teilen weiter außerhalb unterwegs. Die Gegend unseres Hotels war eher ruhiger und es gab viele schöne Restaurants, in denen wir sehr vielseitiges Essen gegessen haben. In unserem Hotel bekamen wir das Frühstück, bestehend aus einem kleinen Pfannkuchen, drei Scheiben Brot, ein wenig Salat, Papaya und zwei Scheiben Ananas, jeden Morgen gestellt.
Generell schmeckte uns alles sehr gut, aber eine gewisse Knappheit war trotzdem zu spüren. Dies betraf aber nicht unbedingt uns, sondern man merkte die Not aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Land vor allem bei der Bevölkerung: So gibt es Strom nur örtlich begrenzt und auch nicht regelmäßig. Die Straßen sind auch aufgrund von Treibstoffknappheit für eine Millionenstadt sehr leer. Auf dem Markt findet man zwar noch viele Lebensmittel, aber die Preise sind sehr hoch. Auf der anderen Seite sieht man in Havanna Luxushotels, die trotz des US-Embargos immer noch existieren. In der Altstadt wimmelt es von Touristen und die Oldtimer sind blitzblank poliert. Das passt nicht unbedingt mit der Ressourcenknappheit zusammen, scheint aber irgendwie zu funktionieren. Vor allem wirft es aber die Frage auf, ob es gerecht ist, dass Touristen so eine „Sonderbehandlung“ im Vergleich zur Bevölkerung erhalten.

So ist der Begriff „Vielseitigkeit“ wohl, denke ich, das Wort, dass das, was wir von der Stadt mitbekamen, am besten beschreibt. Auf der einen Seite sieht man schöne, große und alte Gebäude, die Reichtum zeigen. In der Altstadt fühlt man sich wie in einem Film: enge Gassen voller Leben und Straßenmusik. Überall kann man etwas kaufen. Auch Kunst- und Essensstände sind dabei. Die alten Gebäude, denen man ansieht, dass sie lange nicht mehr gepflegt wurden, vervollständigen das Bild. Immer wieder fragten wir uns, wie idyllisch Havanna wohl vor den verschiedenen Krisensituationen ausgesehen haben muss. Als wir durch die Altstadt gingen, sprachen uns eine Menge Menschen an. Die meisten Menschen hatten irgendetwas zu verkaufen. Sie wollten, dass wir ihnen folgen oder fragten direkt nach Geld. Die momentane Notsituation im Land machte sich hier das erste Mal ordentlich bemerkbar – so viele Menschen, die verzweifelt versuchen, sich über Wasser zu halten. Wir beschweren uns in Deutschland teilweise über langsames Internet oder darüber, dass unsere Klamotten nicht schick genug aussehen. Doch hier in Havanna habe ich gelernt, mit welchen Problemen andere Menschen auf dieser Welt zu kämpfen haben.

Auch in dem wohlhabenden Viertel der Stadt, wo unser Hotel war, erkennt man, dass es ziemlich viele Probleme gibt. Auf den Straßen lagen teilweise riesige Müllberge, die Straßen waren recht leer und vor den Banken gab es lange Schlangen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Havanna eine unfassbar vielseitige Stadt ist, die zudem eine schöne Altstadt besitzt, aber auch heruntergekommene Viertel aufweist. Aber genau das gibt der Stadt ihren Charme. Überall gibt es etwas zum Entdecken. Trotzdem muss auch der Mangel erwähnt werden, der in der Stadt zu sehen ist.