Probetörn – Kuttergruppe „Die Lüttis“
von Lea F.
Der Probetörn, zu dem rund 50 Vor-KUSis eingeladen werden, ist eine Erfahrung mit vielen Herausforderungen und mindestens genau so viel Spaß.
Nach der Anreise und der Vorstellung des Teams, bekamen wir eine kleine Führung über das Camp. Dabei hatte ich schon die erste Möglichkeit mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Nach dem Abendessen gab es eine Vorstellungsrunde. Die größte Herausforderung hierbei war es, sich all die Namen einzuprägen. Es war spannend, so viele neue Menschen kennenzulernen und zu beobachten, wie schnell ein Gefühl für Gemeinschaft entsteht.
Der erste Morgen begann mit einer Runde „Run&Dip“, eine Tradition, wie wir lernten. Den Rest des Vormittags verbrachten wir auf den Bänken unter unserem Zelt, während wir gespannt den vielen Informationen, die uns vorgetragen wurden, lauschten. Ein großer Punkt an diesem Tag war jedoch die anstehende Einteilung der Kuttergruppen, die uns schon im Vorhinein Aufregung bereitete. Mit welchen der anderen Jugendlichen werden wir die nächste Zeit verbringen?
Es gab fünf Gruppen mit jeweils zehn Personen. Ich freute mich, als wir zu zwölft, mit unserem Skipper und einem weiteren Betreuer in einer Runde saßen, alle noch einmal genau kennenlernten und dann überlegten wie wir die Zeit als Kuttergruppe gestalten. Insbesondere planten wir den Einkauf und die anstehenden Mahlzeiten. Nach dem Abendessen stellte uns unser Skipper unseren Kutter „Lütt Pinksten“ vor, wonach wir unsere Gruppe liebevoll „Die Lüttis“ nannten.
Wir duften das erste Mal ablegen und mit den Riemen kräftig pullen. Dabei konnten wir die letzten Minuten der untergehenden Sonne genießen, bevor wir zügig ins Bett gingen, um genug Schlaf für die erste Nachtwache zu sammeln.
Heute ging es los. Alle packten motiviert ihre Sachen und die Nahrung für die nächsten Tage in die Tonnen und beluden das Schiff. Nach dem Auslaufen hatten wir einige tolle Stunden auf dem Wasser, mit viel Wind und Sonne. Unsere Pause verbrachten wir diesmal in Sieseby, wo uns der Wind das Anlegen alles andere als leicht machte. Doch auch diese Aufgabe meisterten wir, und zwar alle gemeinsam. Am Campingplatz angekommen bauten wir unsere Zelte auf, begannen zu kochen und teilten uns für die bevorstehenden Nachtwachen ein.
Der nächste Tag begann mit einem frühen Frühstück. Mit etwas Verspätung waren wir bereit zum Ablegen und machten uns auf den Weg zurück nach Sundsacker, wo wir eine Pause einlegten. Wir fuhren den anderen Kuttern, welche noch draußen waren, entgegen und veranstalteten auf dem Rückweg mit allen Gruppen zusammen eine kalte, aber sehr spaßige Wasserschlacht. Unsere Gruppe war mittlerweile schon gut zusammengewachsen und fähig, viele Aufgaben gemeinsam zu lösen. Trotzdem war es immer wieder schön auch mit den anderen Gruppen Zeit zu verbringen.
Zurück im Camp, packten wir unsere Sachen aus den Tonnen in mehrere Wanderrucksäcke und gingen der Müllerslust nach. Wir wanderten bis nach Winnemark, dort schlugen wir unsere Zelte für die Nacht auf. Die Nachtwache sollte uns alle frieren lassen, doch wir nutzten sie, indem wir uns etwas für unseren kulturellen Beitrag am letzten Abend überlegten und daran arbeiteten.
Diesmal bestand der Vormittag hauptsächlich daraus, zurück nach ins Hauptcamp zu wandern und dort alles Gepäck der letzten Tage aufzuräumen.
Am Nachmittag durften wir uns dafür umso mehr vergnügen: Uns wurde die Aufgabe gestellt, ein Floß zu bauen. Schnell ging es an die Arbeit. Gleichzeitig entstanden fünf Flöße, die erst vorgestellt und dann bei einem Rennen gegen die anderen Gruppen getestet wurden. Da die meisten von uns nun sowieso schon nass waren, gingen wir noch eine Runde baden. Besonders in Erinnerung blieb mir jedoch der Abend, an dem wir unsere Gedanken im Sonnenuntergang noch einmal ganz uns selbst widmen durften.
Am nächsten Morgen gingen wir noch einmal für 20 Minuten joggen und bekamen nach dem Frühstück wieder viele Informationen zur großen Reise. Während die ersten Einzelgespräche geführt wurden, hatten wir die Möglichkeit, hochseetaugliches Ölzeug anzuprobieren.
An unserem letzten gemeinsamen Abend wurde gegrillt und anschließend die erarbeiteten Beiträge präsentiert. Es wurde emotional, als wir feierlich in einem unglaublich schönen Sonnenuntergang zu Musik tanzten, lachten und die ein oder andere Träne verdrückten. Ich spreche nicht nur von mir, wenn ich behaupte, dass dieser Abend wahrscheinlich ein Highlight der Woche war. Uns wurde klar wie sehr wir in wenigen Tagen zusammengewachsen sind und es fühlte sich an, als würden wir uns schon eine Ewigkeit kennen. Dieser Moment wird uns allen für immer in Erinnerung bleiben!
Der Abreisetag bestand hauptsächlich aus Aufräumen. Als sich die Wege allmählich trennten, lagen sich alle noch einmal in den Armen und verabschiedeten sich, so schwer es auch war.
Zusammengefasst war der Probetörn eine Woche voller Spaß in Gemeinschaft, mit vielen Aufgaben, die uns gestärkt haben.
